Rohrdorferberg-Reusstal
Kiffen, Vandalismus und Herumlungern: Die Polizei hat Mellingen im Visier

Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal hat für das Jahr 2013 Bilanz gezogen: Markant gestiegen sind die Anzahl an Strafanzeigen und die Fälle von häuslicher Gewalt. Ein Hotspot ist die Gemeinde Mellingen, dort wird am meisten patrouilliert.

Erna Lang-Jonsdottir
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Die Kantonspolizei verhaftet zwei mutmassliche Kriminaltouristen - einer war bereits zur Fahndung ausgeschrieben. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei verhaftet zwei mutmassliche Kriminaltouristen - einer war bereits zur Fahndung ausgeschrieben. (Symbolbild)

zvg

Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal (Repol) hat ihre Präsenz 2013 im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Grund: «Wir wollten unser Augenmerk vermehrt auf Einbrecher und Kriminaltouristen richten», erklärt Paul Geissmann, Chef der Repol. Dies mit Erfolg: Im Gegensatz zu anderen Regionen sei im Einzugsgebiet der Repol wenig eingebrochen worden. Und: «In Fislisbach konnten wir ausländische Kriminaltouristen in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei verhaften», sagt er.

Partnergemeinden der Repol

Die 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regionalpolizei Rohrdorferberg (Repol) betreuen die folgenden zehn Gemeinden: Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Bellikon, Remetschwil, Stetten, Mellingen, Mägenwil, Wohlenschwil, Tägerig und Fislisbach. Seit 2010 arbeitet die Repol Rohrdorferberg im Alleingang; bis 2009 gab es eine Zusammenarbeit mit der Repol Spreitenbach. (ELJ)

Mit 1309 Einsatzstunden verbrachten die Mitarbeiter der Repol am meisten Zeit in Mellingen, gefolgt von Fislisbach (1102) und Niederrohrdorf (1025). Gründe für die höhere Polizeipräsenz in Mellingen sind laut Geissmann die drei Hotspots Friedhof, Bahnhof Heitersberg und Schulanlagen. «Beim Friedhof halten sich oft Jugendliche auf, die kiffen.» Der Bahnhof sei ein Treffen für junge Erwachsene, die sich an ihren aufgemotzten Fahrzeugen messen. «Littering und Vandalismus sind ein Problem bei den Schulanlagen.» Das sei auch beim Fislisbacher Schulhaus Leematten der Fall, «weshalb wir dort jetzt häufiger patrouillieren».

Mellingen führt Statistik an

Ein Blick auf den Jahresbericht zeigt, dass die Gemeinde Mellingen die Statistiken der Repol nebst der Polizeipräsenz auch noch in anderen Sparten anführt: 260 Rechtshilfegesuche und Berichte erstellte die Polizei für die Gemeinde. Dabei handelt es sich unter anderem um Zuführungen an das Betreibungsamt, Mietausweisungen und Kontrollschildereinzüge. Zum Vergleich: In Fislisbach waren es 182 Gesuche, in Oberrohrdorf 113. Auch was die häusliche Gewalt betrifft, liegt Mellingen mit 13 Einsätzen an der Spitze, gefolgt von Mägenwil mit 7 und Tägerig mit 6. «In vielen Fällen werden wir von Nachbarn alarmiert, die den Streit mithören. Die meisten Alarme kamen aus dem Quartier Gheid», sagt Geissmann. Ob es am hohen Ausländeranteil in dem Gebiet liege, lässt Geissmann offen. «In ringhörigen Siedlungen hört man eine Auseinandersetzung besser als in einem Einfamilienhaus», gibt er zu denken. Dass die Zahl der Einsätze wegen häuslicher Gewalt 2013 von 33 Fällen auf 41 gestiegen ist, beunruhigt Geissmann nicht. «Diese Zahl ist schwankend und im Vergleich zu anderen Gemeinden in der Region immer noch sehr niedrig.»

Autolenker fahren zu schnell

Die erhöhte Polizeipräsenz am Rohrdorferberg und im Reusstal hat 2013 zu mehr Strafanzeigen geführt: 797 Anzeigen hat die Repol 2013 eröffnet, das sind 82 mehr als im Vorjahr. 657 Personen fuhren zu schnell, lasen SMS während des Fahrens oder überfuhren Sicherheitslinien und wurden deshalb angezeigt. 214 Geschwindigkeitskontrollen führte die Repol durch. Von 98 000 Fahrzeugen fuhren 12167 Lenker zu schnell. «Die Übertretungsquote lag bei 12,5 Prozent, das ist viel», sagt Geissmann.

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