Baden
Kinder entdecken ihre Talente – und sagen dem Lampenfieber den Kampf an

Kinder proben im Theaterworkshop «Lampefieber» den grossen Auftritt. Das Ziel sind Aufführungen im Juni im Badener Theater im Kornhaus (ThiK). Stars sollen aber nicht herangezüchtet werden, so Initiantin Simona Hofmann.

Ursula Burgherr
Drucken
Teilen
Ein schüchternes Mädchen wagte sich nach dem Theaterworkshop «Lampefieber» auf der Bühne ohne Scheu ganz nach vorne.

Ein schüchternes Mädchen wagte sich nach dem Theaterworkshop «Lampefieber» auf der Bühne ohne Scheu ganz nach vorne.

ZVG

Beim Theaterworkshop «Lampefieber» entdecken Kinder auf spielerische Art ihre Fähigkeiten und Talente. Gleichzeitig entwickeln sie während der Proben ganz beiläufig Teamgeist, Mut und Durchhaltewillen. Alles Charaktereigenschaften, die für ihre Zukunft wegweisend sind und sich bei jedem Projekt, das man gemeinsam auf die Beine stellt, als unabdinglich erweisen.

Die Schauspielerin Simona Hofmann hat «Lampefieber» ins Leben gerufen. Ihre langjährige Erfahrung als Bewegungsschauspielerin mischt sich mit der totalen Hingabe, den Nachwuchs ohne jegliche pädagogische Doktrin zu fördern und gemeinsam Grosses zu erreichen. Das Ziel der Proben sind Aufführungen vor Publikum, die vom
19. bis 21. Juni im Theater im Kornhaus (ThiK) stattfinden. Wer dabei sein will, kann sich für die Workshops anmelden.

«Keine Stars heranzüchten»

Thema des Theaterworkshops «Lampefieber» ist «Schattentheater». Damit macht Hofmann aber auch die einzige Vorgabe. «Den Inhalt der Show erarbeite ich gemeinsam mit den Kindern.» Wichtig ist Hoffmann, jedem Beteiligten den Raum für seine persönliche Entfaltung zu lassen. Stars will sie auf keinen Fall heranzüchten.

Bei «Lampefieber» kann es gut sein, dass die Schüchternen mal im Mittelpunkt stehen und die Vorwitzigen sich zugunsten der Gesamtproduktion etwas zurücknehmen müssen. «Bei uns begeben sich die Jugendlichen in ein völlig neues Gefüge, das nicht ihrer Klasse entspricht – in der sowieso schon jeder seine Rolle innehat», erklärt Hofmann. Bei den wöchentlich stattfindenden Proben von «Lampefieber» können sich alle völlig neu entfalten. Jeder kommt zudem freiwillig, und es besteht kein Leistungsdruck. «Kinder haben das Spielerische ganz automatisch in sich. Ich mache ihnen bewusst, wie sie mit Mimik, Sprache und Akrobatik daraus etwas ganz Spezielles machen können.»

Mut für die grosse Bühne

Die Badenerin erinnert sich an eines der vielen Highlights, das sich aus den bisherigen Theaterworkshops herauskristallisiert hat: «Ein extrem scheues Kind, das anfangs kaum sprach, begab sich bei der Live-Performance ganz vorne an die Bühne und blickte ohne jegliche Angst drei Minuten ins Publikum. Dieser Mut, vor Leuten zu stehen und ihnen in die Augen zu schauen, war unglaublich.» Ein Moment, der für dieses Mädchen prägend war, vielleicht eine Initialzündung für das ganze Leben.

Schauspielerin Simona Hofmann, die auch Animatorin im Kinderzirkus Balloni und Mitarbeiterin des Zürcher Kindertheaters Metzenthin ist, startet demnächst ihre Ausbildung zum Master in Theaterpädagogik.

Die Vorführungen des vierten Workshops, der im Herbst 2015 beginnt und im Sommer 2016 endet, sollen nicht nur im ThiK, sondern auch an der Hochschule für Künste in Zürich stattfinden. Für alle Workshop-Mitwirkenden bedeutet dies eine zusätzliche und spannende Herausforderung.

Aktuelle Nachrichten