Baden

Kinder müssen Chindsgi wechseln: «Der Schulweg ist viel zu gefährlich»

Kinder aus dem Bäder- und Römerquartier müssen auf dem Schulweg neu die Bruggerstrasse überqueren. Symbolbild/Severin Bigler

Kinder aus dem Bäder- und Römerquartier müssen auf dem Schulweg neu die Bruggerstrasse überqueren. Symbolbild/Severin Bigler

Kinder aus dem Bäder- und Römerquartier in Baden gehen ab August neu in den Kindergarten Wiesenstrasse im Martinsbergquartier. Das Problem: Der Weg führt über die stark befahrene Bruggerstrasse. Eine Familie ist besorgt.

«Das kann einem Kindergartenkind nicht zugemutet werden», sagt Mirjam Christen, die mit ihrer Familie im Bäderquartier wohnt. Damit ist der Entscheid der Stadt Baden gemeint, dass ihr vierjähriger Sohn gemeinsam mit drei weiteren Kindern ab August den Kindergarten an der Wiesenstrasse im Martinsbergquartier besuchen muss. Der Grund: Der Kindergarten Halde im Graben, an dem die Kinder aus dem Bäder- und Römerquartier bisher unterrichtet wurden, ist stark ausgelastet.

Beim Kindergarten Wiesenstrasse handelt es sich um eine Liegenschaft, welche die Stadt Baden 2015 von der ABB Immobilien gekauft und zu einem Doppelkindergarten umgebaut hat. Ab Schuljahr 2017/18 löst dieser das Provisorium Wiesenstrasse 30a sowie den heutigen Kindergarten St. Ursus ab. «Der Weg dorthin ist rund 1,6 Kilometer lang und führt über die Bruggerstrasse, die meistbefahrene Strasse des Kantons», sagt die besorgte Mutter. Das sei für ein Kindergartenkind viel zu anspruchsvoll und zu gefährlich.

Verschiedene Wege geprüft

Mirjam Obrist, Geschäftsleiterin der Volksschule Baden, ist sich der Problematik bewusst: «Es gibt verschiedene Schulwege in der Innenstadt, die für Kindergartenkinder anspruchsvoll sind. Dazu gehört sicher auch die Überquerung der Bruggerstrasse.» Aus diesem Grund habe die Stadt Baden gemeinsam mit dem Leiter Verkehrsinstruktion der Stadtpolizei Baden verschiedene Wege geprüft, wie die Kinder die Strecke künftig bewältigen können.

«Ein zumutbares Konzept wurde uns aber noch nicht kommuniziert», sagt Mirjam Christens Mann, Beat Christen. Das sei frustrierend, zumal sich an der Tatsache nichts ändert, dass die Bruggerstrasse zu überqueren ist. «Es ist aus unserer Sicht unverständlich, dass die Stadt Baden erst nach erfolgtem Kauf der Immobilie und deren Umbau in einen Kindergarten die Schulwegsicherheit prüfen lässt.» Zudem sei der Stadt seit längerem bekannt, dass die Anzahl Kindergartenkinder zunimmt. Man hätte genug Zeit gehabt, die Zuteilung zu planen: «Nur weil es im Kindergarten Wiesenstrasse noch freie Plätze gibt, muss man diese nicht kurzfristig mit Kindern aus dem Bäderquartier besetzen.»

Die Geschäftsleiterin der Volksschule antwortet, dass die Kindergartenstandorte gut verteilt über die Stadt geplant würden. Doch die Situation könne sich aufgrund des Generationenwechsels in den Quartieren stark verändern. Komme hinzu, dass es in Baden ständig Zu- und Wegzüge von Familien gebe. Dadurch würden sich immer wieder neue Schulwege ergeben, erklärt Obrist. «Es kann nicht über Jahre sichergestellt werden, dass Kinder aus einem bestimmten Quartier immer in den gleichen Kindergarten gehen können.»

Weil sich die Voraussetzungen für die Zuweisung aufgrund der Schülerzahlen von Jahr zu Jahr ändere, könne die konkrete Planung erst zu Beginn des Kalenderjahrs erfolgen. «Wir versuchen, für alle Kinder die optimale Lösung zu erzielen», sagt Obrist. Dies sei aber nicht immer möglich. «Die Familien aus dem Römerquartier wurden zweieinhalb Monate vor allen anderen Familien über die Zuweisung informiert, um der besonderen Situation Rechnung zu tragen.»

Kinder werden künftig begleitet

Für Mirjam und Beat Christen hat das Bangen ein Ende. Denn: Die Stadt hat eine Lösung gefunden, wie Geschäftsleiterin Obrist sagt. «Die Sicherheit der Kinder war dabei das entscheidende Kriterium.» Auf das Schuljahr 2017/18 werden der Sohn der Familie Christen und die drei weiteren Kinder ab einem Sammelpunkt am Rande des Römerquartiers von Mitarbeitenden des Kinderhorts begleitet. «Der Weg führt sehr direkt zum Kindergarten Wiesenstrasse, auch die Länge des Schulwegs ist für Kindergartenkinder zumutbar», sagt Mirjam Obrist. Die Eltern seien bereits in Kenntnis gesetzt worden. «Am kommenden Mittwoch werden sie noch persönlich darüber informiert.»

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