Baden
Kinder rappen für Erhalt des Mittagstischs: «Ihr mached s’Quartier kaputt»

Die Stadt Baden will den Mittagstisch Meierhof schliessen. Betroffene haben nicht nur eine Petition eingereicht. Die betroffenen Kinder haben auch einen Rap für ihr Quartier (Hood) geschrieben und kritisieren darin den Stadtrat.

Luca Belci
Merken
Drucken
Teilen
Mittagstisch Meierhof.

Mittagstisch Meierhof.

Zur Verfügung gestellt

«Eus fägt mer nid so schnell vom Tisch. Das isch eusi Hood, de Meierhof», rappen die Kinder aus dem Quartier. Sie wollen ihren Mittagstisch behalten: Zusammen mit ihren Familien haben sie einen Rap aufgenommen und online veröffentlicht. Diesen haben sie nun der Stadt übergeben.

«Wir wollten, nach diversen Gesprächen mit der Stadt, erneut ein Zeichen gegen die Schliessung setzen», sagt Regula Gloor. Sie wohnt im Quartier, ihr Sohn besucht den Mittagstisch regelmässig. «Die Idee ist spontan entstanden», sagt sie. Mehrere Familien hätten sich dafür zusammengeschlossen. Die Filmaufnahmen für den Clip seien von Alexandra Gavriilidis, Mitglied des Petitionskomitees, beigetragen worden. Die Bilder zeigen das Meierhof-Quartier von verschiedenen Seiten.

Klare Kampfansage

«Mer tusched eus us, öb Panini oder Klatsch, am Töggelichaschte gits nachher en Match», singen die Kinder. Sie wollen ihren beliebten Treffpunkt «nicht kampflos aufgeben», wie sie im Rap betonen. Ihre Vorwürfe an den Stadtrat sind heftig: «Ihr mached s’Quartier kaputt.»

Gloor betont, alle Nutzer und das Umfeld des Mittagstischs stünden geschlossen hinter dem Rap. «Die Schliessung ist ein grosses Gesprächsthema und sorgt für viel Unmut, zumal der Stadtrat bei seiner Entscheidung nicht über alle Details informiert war», sagt sie. Der Mittagstisch übernehme eine wichtige Funktion, da es ein Angebot «aus und für das Quartier» sei.

«Der Stadtrat will mich und eine weitere Delegierte der Petition sowie Lukas Frey, den Co-Präsidenten des Quartiervereins, heute Dienstagabend informieren», sagt Alexandra Gavriilidis. Stadtammann Geri Müller und die zuständige Stadträtin Daniela Berger hätten sie zu einem Treffen eingeladen, um ihnen den Entscheid der gestrigen Stadtratssitzung zur eingereichten Petition mitzuteilen.

Hier gehts zum Rap-Song