Baden
Kinder wecken mit Laternenund Glocken das Licht

Wettingen/Baden Weder in Wettingen noch in Baden schaltet sich die Weihnachtsbeleuchtung von selbst ein. Die Hilfe der Kinder war gefragt, um Licht ins Dunkle zu bringen.

Andrea Ebneter und Britta Gfeller
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Lichter Wettingen und Baden
7 Bilder
Die Lichterwecker in Wettingen
Licht zum Anfassen in Wettingen
In Wettingen bei besinnlicher Stimmung
Auch Baden ist erleuchtet
Den Kindern bleibt das Staunen
Die Lichter sind erweckt

Lichter Wettingen und Baden

Alex Spichale

Seit gestern strahlen die Lichter in Baden und Wettingen. Das Badener «Liechterwecke» und das «Sternewecke» in Wettingen fanden gleichzeitig statt. Die Kinder liessen sich vom Regen nicht beirren und trugen die Lichter ins Dorf und in die Stadt.

Kinder wecken die Sterne

Aus drei Richtungen wanderten Kinder aus der Spielgruppe und dem Kindergarten in Richtung Ortseingang Wettingen. In selbst gebastelten Laternen trugen sie das Licht über die Landstrasse, von der Busgarage und über die Otelfingerstrasse durch den Regen zu Kenny’s Autocenter. Dort tauschten die Kinder ihre Laternen gegen ein kleines, sternförmiges Lichtlein. Gemeindeammann Markus Dieth begrüsste die Eltern und die rund 100 jungen Lichtträger. «Wir wecken die Sterne», sagte Dieth. «Wie eine Perlenkette leuchten die Lichter auf der Landstrasse bis nach Baden.»

Der Gemeindeammann und die Kinder zählten von fünf rückwärts bis null – und dann wurde es dunkel. Nur die kleinen Lichtlein der Kinder und der grosse Weihnachtsbaum draussen strahlten. Die Mädchen und Buben sangen dazu «Ich gah mit minere Laterne» und konnten dann ihre kalten Hände an Apfelpunsch aufwärmen. Dazu gab es Spitzbuben, Zimtsternen und Zopf.

Das Licht aus dem Schlaf klingeln

In Baden hat das «Liechterwecke» Tradition. Zum dritten Mal versammelten sich die Badener auf dem dunklen Schlossbergplatz und warteten gespannt. Von Weitem hörte man ein Klingeln näherkommen. Hunderte von Kindern zogen mit ihren Eltern die Badstrasse hinauf, in der Hand die kleinen, goldenen Glöckchen, die sie zuvor erhalten hatten. In der Mitte des Platzes blieb die Schar stehen. Dort erzählte der Märchenerzähler Jürg Steigmeier das Märchen des ersten «Liechterwecke». Laut der Geschichte läutete ein Mädchen mit ihrem goldenen Glöckchen, worauf das Glitzern des Mondes aus den Wellen der Limmat aufstieg und sich in den Strassen der ganzen Stadt verteilte. «Nun müssen wir alle zusammen läuten, um auch dieses Jahr das Licht zu wecken», sagte der Geschichtenerzähler am Ende. Alle Kinder bimmelt mit ihren Glocken – und tatsächlich: Die grosse Lichterkugel und die Weihnachtsbeleuchtung in der ganzen Stadt erstrahlten.

«Das ‹Liechterwecke› hat mir sehr gut gefallen», sagte Amélie, die zum ersten Mal mitgemacht hat. «Das Beste war, als die grosse Lichtkugel anging. Die ist so schön.»