Schlechte Nachrichten für das Quartier Allmend/Münzlishausen. 36 Kindergärtler hätten per Schuljahr 2016/17 den erweiterten Doppelkindergarten Allmend beziehen sollen. Das Projekt war jedoch zu teuer und musste überarbeitet werden.

Damit wird der Bezug auf Anfang des Schuljahres 2016 illusorisch, denn der Baubeginn, der im Juli dieses Jahres vorgesehen war, verschiebt sich auf Juni 2016. «Der Bezug ist nun für Sommer 2017 vorgesehen», teilt der Stadtrat mit.

Das Kindergarten-Provisorium mit Tagesbetreuung, das seit Schulanfang 2013 in einer Privatliegenschaft in der Reiheneinfamilien-Siedlung Hirzemätteli einquartiert ist, wird nun ein Jahr länger betrieben.

Raumprogramm angepasst

Ein Planungsbüro hatte die Kosten auf zwei Millionen Franken geschätzt. Diesen Betrag (Planungs- inklusive Baukredit) genehmigte der Einwohnerrat im Juni 2014. Das beauftragte Büro Meier Leder Architekten hat diesen April sein Vorprojekt vorgelegt mit einer Kostenschätzung, die deutlich über der Vorgabe liegt.

Zur Entlastung der Architekten sei erwähnt, dass diverse bauliche Fragen zuvor nicht geklärt waren. Unter anderem war offen, ob für die Tagesstruktur eine Produktions- oder nur eine Aufwärmküche eingerichtet werden soll.

Um den Kostenrahmen von zwei Millionen Franken einzuhalten, entschied der Stadtrat, das Betriebskonzept anpassen und das Raumprogramm abspecken zu lassen. Vizeammann Markus Schneider: «Angesichts der anstehenden Grossprojekte im Schulbau ist es sehr wichtig, dass wir uns an die Kostenvorgaben halten.»

«Die Kosten des Vorprojektes lagen so deutlich über den Kostenvorgaben von zwei Millionen Franken, dass man die Nutzung des erweiterten Kindergartens im Tagesverlauf von Montag bis Freitag grundsätzlich überdenken musste», erklärt Reinhard Scherrer, bei der Abteilung Planung und Bau Gesamtprojektleiter Schulraumplanung.

«Wesentliche Einsparungen sind nur möglich, wenn das Raumprogramm reduziert wird.» Damit rücken Kindergarten und Betreuung enger zusammen. Die Kindergartenräume sollen ausserhalb der Belegungszeit für die Betreuung genutzt werden. Die Tagesstrukturen werden auf der Allmend jedoch wie geplant und gemäss Vorlage des Einwohnerrates umgesetzt.

Aus Sicht der Volksschule hat der Kindergarten Allmend eine Sonderstellung: Es ist der einzige Kindergarten der Stadt, der eine eigene Tagesstruktur hat und dessen Betreuungsangebot nicht an einen Primarschulstandort gebunden ist.

«Die Anpassung des Betriebskonzepts wird sich weder für die Kinder auswirken noch nach aussen sichtbar sein», erklärt Alex Grauwiler, Geschäftsleiter Volksschule. «Einzig organisatorisch wird die gemeinsame Nutzung von Räumen eine gute Kooperation zwischen Kindergärtnerinnen und Betreuungspersonen erfordern», fügt Grauwiler an.

Für alle andern Standorte der Volksschule, an denen die Primarschulen integriert sind, werden die aktuellen Betriebskonzepte jedoch nicht infrage gestellt.