Baden
Kinderkrippe Häsliburg: Mutter kritisiert Geschäftsführer scharf

Am Dienstag, 23. April bleiben die beiden Kinderkrippen der Häsliburg in Baden zu. Die Kinderkrippe hat ihre Bilanz deponiert. Wie es weitergeht, wird sich im Laufe des Tages zeigen. Der ehemalige Geschäftsführer Christian Eissengarthen wird derweil scharf kritisiert.

Martin Rupf
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Bleibt vorerst zu: Die Kinderkrippe Häsliburg in Baden.

Bleibt vorerst zu: Die Kinderkrippe Häsliburg in Baden.

Martin Rupf

Elisabeth Zamora (28) aus Wettingen ist verzweifelt: Zwei fast zwei Jahren geht ihre Tochter (4 1/2 Jahre) in die Kinderkrippe Häsliburg. Und dass während fünf Tagen in der Woche, weil Zamora alleinerziehend ist.

«Im Sommer kommt meine Tochter in den Kindergarten, doch bis dahin bin ich auf eine Krippe angewiesen», sagt Zamora. Sie hoffe deshalb, dass das Konkursamt und die Stadt Baden im Laufe des heutigen Tages eine Lösung finden.

«Wenn keine Lösung gefunden wird, dann habe ich existenzielle Probleme. Im Notfall müsste ich sogar mit Arbeiten aufhören», sagt Zamora. Gegenüber Häsliburg-Geschäftsführer Christian Eissengarthen schlägt sie harsche Töne an: «Ich bin sehr enttäuscht von ihm.»

Es gehe hier nicht nur um ein Geschäft, sondern um Kinder und schliesslich um ihre eigene Existenz. Sie unterstellt Eissengarthen gar, dass er die Krippe absichtlich in Konkurs habe gehen lassen.

«Eissengarthen hat in die eigene Tasche gewirtschaftet und dafür bei den Krippen-Ausgaben gespart», so Zamora. «Er hat nichts für die Kinder gemacht; sogar bei den Ausgaben für das Essen wurde gespart», so die Kritik von Zamora.

Der Kritisierte nimmt auf Anfrage der az Stellung. «Ich kann die Wut und Enttäuschung der Eltern und auch der Mitarbeiter gut verstehen», sagt Christian Eissengarthen. Das Ganze sei eine wirklich unschöne Situation.

«Ich will mich nicht als Opfer darstellen; als Unternehmer war ich mir des Risikos bewusst», so Eissengarthen. Aber es sei ganz bestimmt nicht so, dass er in den eigenen Sack gewirtschaftet habe.

«Es sind noch Darlehen in sechstelliger Höhe ausstehend, die ich aus dem privaten Sack berappen muss.». Und: Er sei genauso wie die Häsliburg-Mitarbeiter ab dem heutigen Tag arbeitslos.

Auch den Vorwurf, er habe falsch kalkuliert und so den Konkurs profitiert, lässt Eissengarthen nicht gelten. «Es war dumm von mir, im Verkaufsvertrag nicht klar zu regeln, wem die April-Beiträge zustehen», so Eissengarthen.

«Im Nachhinein ist man immer klüger.» Auf die Frage, wie es mit der Krippe nun weitergeht, antwortet Eissengarthen: «Das liegt nicht mehr in meiner Hand.» Mit dem Deponieren der Bilanzen sei die Geschäftsführung quasi an das Konkursamt übergegangen.

Die az weiss, dass die Stadt als Aufsichtsbehörde zusammen mit den Interessierten und dem Konkursamt nach Lösungen sucht. Im Laufe des Tages wird sich aller Voraussicht entscheiden, ob die zwei Kinderkrippen am Mittwoch ihren Betrieb wieder aufnehmen.