Nach zwei Saisons in Folge mit sinkenden Eintrittszahlen verzeichneten Badener Kinos 2015 wieder ein Gästeplus. 305 159 Eintritte sind vergangenes Jahr verkauft worden, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 20,53 Prozent entspricht. 2013 und 2014 waren die Besucherzahlen jeweils rund 10 Prozent gesunken.

Der Negativtrend konnte also eindrücklich gestoppt werden – und doch spricht Alexandra Sterk, Geschäftsführerin der Sterk Cine AG, bloss von einem «guten», aber keineswegs herausragenden Kinojahr. «Natürlich sind wir froh, dass die Gästezahlen deutlich gestiegen sind. Aber im langjährigen Vergleich fehlten rund 90 000 Besucher, damit von einem wirklich erfreulichen Ergebnis die Rede sein kann.»

Der beliebteste Film in den zehn Kinos in Baden und Wettingen war der neue James-Bond-Streifen «Spectre», den sich bis 31. Dezember 24 610 Menschen anschauten. Ebenfalls aufs Podest der beliebtesten Filme schafften es die Tragikomödie «Honig im Kopf» von und mit Til Schweiger sowie der 3-D-Animationsfilm «Minions». Auf den weiteren Rängen folgen «Star Wars», «Fack ju Göhte 2» und «Schellen-Ursli», dieser war somit der beliebteste Schweizer Film in Baden des vergangenen Jahres. «Für ein Spitzenjahr fehlte eine Perle, ein überraschender Hit wie zuletzt ‹Intouchables›, der für einen Grossaufmarsch sorgte», sagt Alexandra Sterk.

Die Sterk Cine AG ist ein Familienunternehmen, das in vierter Generation geführt wird. Die zehn Kinosäle befinden sich im «Trafo» und «Sterk» in Baden sowie im «Elite» in Wettingen, für welches Umbaupläne existieren. «Das ‹Elite› zu erneuern, ist ein Wunsch, den die Sterk-Familie schon lange hegt», sagte Marketingchefin Franziska Sterk vor einem Jahr. Ein Baugesuch wurde noch nicht eingereicht, die Gemeinde Wettingen habe aber Kenntnis von den Plänen.

Derweil geht es vorwärts mit dem Projekt eines Multiplexkinos in Spreitenbach, das von Pathé betrieben wird. Geplant ist der Bau eines Kinokomplexes mit zehn Sälen und rund 2000 Plätzen. Das Baugesuch ist bereits eingereicht. «Wir hoffen auf eine Bewilligung noch diesen Frühling, sodass die Bauarbeiten im Herbst starten können», erklärt Tino Margadant, Projektleiter der Bauherrin «Mettler2Invest AG» in St. Gallen. Eröffnet werden soll das Spreitenbacher Kino im Jahr 2018. Bei den Sterks bricht deswegen keine Panik aus: Dies unter anderem, weil man in Baden die Filme im Gegensatz zu Pathé in der Originalsprache zeige, was in der Region sehr geschätzt werde.