Mellingen
«Kirche einmal anders»: Warum immer warten, bis sich die von Rom melden?

Gegen 200 Personen haben in Mellingen im Rahmen von «Kirche einmal anders» den irischen Abend mit Vortrag, Konzert und kulinarischen Gaumenfreuden besucht.

Carolin Frei
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Brendan Wade (l.) und Christian Fotsch sorgen für die musikalische Untermalung.

Brendan Wade (l.) und Christian Fotsch sorgen für die musikalische Untermalung.

Carolin Frei

Die katholische Kirche in Mellingen ist am Freitagabend in ein Kerzenmeer verwandelt worden; passend zum irischen Abend, der im Rahmen «Kirche einmal anders» durchgeführt wurde.

Pfarrer Walter Schärli: «Warum immer warten, bis sich die von Rom melden?» Das hätten die Mönche früher auch nicht getan. Und so rollte er die Geschichte der irischen Wandermönche auf, deren Ursprung im Jahr 385 liegt. Patrick, ein Römer, weltlich erzogen, verschleppt und jahrelang als Sklave missbraucht, studierte in Frankreich Theologie. Er reiste nach Irland und zog dort als Mönch von Ort zu Ort, brachte mit seinem Tun Licht ins Dunkel. Andere irische Mönche folgten seinem Beispiel, liessen sich im nahen Ausland nieder.

Damals suchten die Menschen die Mönche gerne auf, um nach Rat zu fragen. «Warum hatten sie solchen Erfolg mit dem Verbreiten des Glaubens?», warf Pfarrer Schärli die Frage auf. Sie hätten unter anderem Demut vorgelebt, auch gezeigt, dass man ohne Waffen und Gewalt die Freiheit achten könne und sie seien in der Krankenpflege und Heilung aktiv gewesen. Einer der herausragenden Exponenten dieses Mönchstums war Gallus. Er gilt als Gründer des Klosters St. Gallen.

Was lernt man aus der Geschichte der irischen Wandermönche? Pfarrer Walter Schärli: «Wir brauchen Menschen wie Gallus einer war – bescheiden, friedfertig, glaubend. Wir sollten Weltbürger werden, denn in uns allen steckt ein Moslem, ein Jude, ein Christ, ein Gläubiger und Ungläubiger. Deshalb sollte der Schutz allen Lebens im Mittelpunkt kommenden Denkens und Handels stehen.»

Für die musikalische Untermalung sorgten der Ire Brendan Wade und der ehemalige Mellinger Christian Fotsch. Irischen Instrumenten, einem Dudelsack und einer Bouzouki entlockten sie alte und neue Volkslieder aus Irland. Die Musik gefiel, wie der kräftige Applaus bewies. Danach ging es zum kulinarischen Teil ins Alterszentrum im Grüt, wo ein Irish-Stew und irische Getränke auf die Gäste warteten.