Die reformierte Kirche Turgi soll nicht renoviert, sondern neu gebaut werden - das haben die Mitglieder der Kirchgemeinde vor zwölf Monaten entschieden.

Seither treibt die Kirchenpflege um Präsident Albert Lehmann das Projekt «mit voller Kraft voran», wie er sagt.

Die neuste Massnahme auf dem Weg zum neuen Gotteshaus haben die Verantwortlichen vor wenigen Tagen getätigt: Sie reichten das Abbruchgesuch für die bestehende Kirche beim Gemeinderat ein.

«Das Projekt geht nun in die entscheidende Phase», heisst es im Mitteilungsblatt des Monats Mai, das bereits jetzt online auf der Website der Kirchgemeinde zu finden ist.

Mit der Eingabe des Abbruchgesuchs werde dem Gemeinderat gleichzeitig die konkrete Frage gestellt, ob die geplanten altersgerechten Wohnungen als zonenkonform betrachtet werden.

Gegner des Neubaus haben vom Gemeinderat in einer Petition einen Planungsstopp auf dem Areal sowie ein Abbruchverbot gefordert.

Der Gemeinderat liess letzten Sommer verlauten, er werde erst beim Eingang eines Abbruchgesuches für die Kirche den Erlass einer Bausperre über das Grundstück prüfen.

«Denn die Schutzwürdigkeit könnte einem Abbruch entgegenstehen.» Gemeindeammann Peter Heiniger bestätigt, dass das Abbruchgesuch eingetroffen ist.

Wann der Entscheid falle, sei offen, Geduld sei nun gefragt. «Wir klären ab, ob dem Abbruchgesuch zugestimmt werden kann oder nicht», sagt er.

Der Kirchenpflege sind bis zum Entscheid des Gemeinderates die Hände gebunden. «Jetzt gilt es zunächst abzuwarten, wie der Gemeinderat entscheidet und wie Verbände, zum Beispiel der Heimatschutz, sich auf das innovative Projekt einlassen», heisst es im Mitteilungsblatt.

Es sei undenkbar, das Projekt ohne die Rechtssicherheit, dass eine neue Kirche anstelle der alten überhaupt gebaut werden dürfe, weiter voranzutreiben.

Denn die Weiterentwicklung des Projektes in Richtung einer Baugesuchseingabe sei mit grossem finanziellen Aufwand verbunden.

Siegerprojekt steht bereits fest

Wie die Kirche aussehen würde, falls sie gebaut werden darf, steht indes bereits fest. Im Januar ist das Siegerprojekt der «ds-architekten» aus Basel vorgestellt worden.

Albert Lehmann sagt dazu: «Turgi könnte eine Kirche erhalten, die den heutigen Anforderungen entspricht. Gleichzeitig sollen Elemente der bestehenden Kirche wie die Orgel und die Glasfenster wieder integriert werden.»

Es gehöre zu einer Demokratie, dass nicht alle mit dem Vorgehen einverstanden seien, sagt Lehmann.

Schon zwei Kommissionen hätten sich in früheren Jahren mit der Sanierung der Kirche befasst - aufgrund von Widerständen seien die Projekte verworfen worden. «Ich hoffe nun sehr, dass der Gemeinderat grünes Licht gibt.»