Der Gemeinderat Turgi hat erstmals zur Debatte um den Abbruch und Neubau der reformierten Kirche Stellung genommen. Der Beschluss der reformierten Kirchgemeinde im März, das Gotteshaus nicht zu renovieren, sondern neu zu erstellen und auf dem Areal zusätzlich Alterswohnungen zu bauen, habe zu einer Kontroverse im Dorf geführt, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. In einer von 379 Personen unterschriebenen Petition war der Gemeinderat aufgefordert worden, Stellung zu nehmen.

Unabhängiger Experte könnte Schutzwürdigkeit prüfen

"In seiner Funktion als Planungsbehörde hat der Gemeinderat entschieden, bei Eingang eines allfälligen Abbruchgesuches der reformierten Kirchgemeinde den Erlass einer Bausperre über das entsprechende Grundstück zu prüfen", heisst es in der Mitteilung. "Dies würde ermöglichen, im Rahmen der anstehenden Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sorgfältig und breit abgestützt zu entscheiden, ob die reformierte Kirche, welche seit 1996 im Kurzinventar der kantonalen Denkmalpflege ist, förmlich unter Schutz gestellt werden soll." Der Gemeinderat würde zur Klärung der Schutzwürdigkeit einen unabhängigen Experten beiziehen, heisst es in der Mitteilung weiter.  Für die Teilrevision der BNO befinde sich seit längerem ein entsprechender Betrag im Finanzplan, und die Vorbereitungen dazu seien am Laufen.

Der Gemeinderat als Bewilligungsbehörde müsse Baugesuche, zu denen Abbruchgesuche gehören, vorurteilsfrei behandeln. "Wenn die refomierte Kirchgemeinde Birmenstorf-Gebenstorf-Turgi ein Abbruchgesuch stellt, hat der Gemeinderat dieses Gesuch grundsätzlich zu bewilligen - falls es mit den Vorschriften vereinbar ist." Einem Abbruch entgegenstehen könnte deren Schutzwürdigkeit, heisst es im Communiqué.