Dass das Resultat so deutlich ausfallen würde, hatten die Wenigsten gedacht. Einwohnerrätin Kirsten Ernst (SP) wurde am Sonntag mit 2523 Stimmen zur Nachfolgerin von Gemeinderätin Yvonne Feri gewählt. Kontrahent Franz-Beat Schwere (SVP) unterlag mit 2046 Stimmen und verpasste das Absolute Mehr von 2313 Stimmen.

Yvonne Feri, die per Ende Jahr zurücktritt und derzeit für einen Sitz im Regierungsrat kandidiert, gehörte gestern zu den Ersten, die der künftigen SP-Gemeinderätin gratulierten. «Ich freue mich sehr für Kirsten und bin beruhigt, dass die SP ihren Sitz halten kann», sagte sie. Es sei ihr auch ein Anliegen gewesen, dass weiterhin mindestens zwei Frauen im Wettinger Gemeinderat sitzen. Indes war bei Kirsten Ernst die Anspannung am Sonntagnachmittag noch deutlich zu spüren. «Ich war heute Morgen sehr nervös», gestand sie bei ihrer Feier. «Ich hätte mit einem knapperen Ergebnis oder sogar mit einem zweiten Wahlgang gerechnet.»

Kirsten Ernst ist die neue Gemeinderätin in Wettingen

Kirsten Ernst ist die neue Gemeinderätin in Wettingen

Doch es ist anders gekommen: «Die 500 Stimmen Vorsprung sind ein Beweis für das grosse Vertrauen, das mir die Wettinger entgegenbringen», sagte sie. «Dafür bedanke ich mich bei der Bevölkerung.» Nun sei sie hoch motiviert, das Amt anzugehen. Und während an der Feier mit Familie und Freunden mehr und mehr Gratulanten eintrafen, darunter SP-Gemeinderat Markus Maibach, Gemeinderat Philippe Rey (parteilos) und alt-Gemeinderat Felix Feiner (SP), lächelten Ernst und Feri für die Fotografen um die Wette.

Angestossen wurde übrigens auch auf der Verliererseite: Franz-Beat Schwere machte aus einer potenziellen Siegesfeier kurzum einen Dankesapéro für seine Wahlhelfer und Unterstützer. «Ich hätte mit einem knapperen Resultat gerechnet», sagte er noch vor dem Apéro. Er sei mit dem Resultat aber zufrieden. Ob er erneut zur Gemeinderatswahl antreten wird, falls Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) am 23. Oktober in den Regierungsrat gewählt wird, wollte er gestern noch offenlassen. «Wir werden das in der Partei in den kommenden Tagen diskutieren.»