Die «Suneblueme» ist verblüht: Die Kindertagesstätte mit Standorten in Fislisbach, Oberrohrdorf und Spreitenbach hat Ende Juli ihren Betrieb eingestellt. Mehrere Versuche, eine neue Trägerschaft zu finden, scheiterten. Nun ist über die bereits aufgelöste Gesellschaft der Konkurs eröffnet worden.

Dass es so weit kommen konnte, sorgt bei betroffenen Eltern für Kopfschütteln. «Wir hatten schon einige Male das Gefühl, dass vieles nicht so läuft, wie es sollte», sagen Eltern, deren Kind die Kita in Oberrohrdorf besucht hat und die anonym bleiben möchten. Beispielsweise sei ihnen aufgefallen, dass im Verhältnis zu den Kindern zu wenig Betreuungspersonen vor Ort waren: «Laut Betriebsbewilligung wäre die Kita für zehn Plätze ausgelegt, doch es waren manchmal deutlich mehr.»

Die Situation spitzte sich zu, als die Geschäftsführerin Ende Mai den Eltern mitteilte, dass die drei «Suneblueme»-Kitas an eine neue Trägerschaft verkauft würden. So fand Anfang Juli eine Infoveranstaltung statt, bei der sich die neue Trägerschaft vorstellte. Doch diese sprang Mitte Juli ab – rund eineinhalb Wochen vor Betriebsferien der «Suneblueme». Danach habe die Geschäftsführerin erneut angekündigt, dass zwei weitere Parteien an einem Kauf interessiert seien. Diese sind dann aber wieder abgesprungen. «Das Hin und Her sorgte für grosse Verunsicherung», sagen die Eltern. Ende Juli ist die Schliessung dann definitiv bestätigt worden. Sie fragen sich: «Warum hat uns die Geschäftsführerin nicht früh genug informiert, wenn offensichtlich Probleme bestanden?» Und: Wie könne es sein, dass die Aufsichtsbehörden die Missstände nie aufgedeckt haben?

Besuche waren angekündigt

«Wir haben zu keiner Zeit eine Beschwerde wegen der ‹Suneblueme› erhalten», sagt Gemeinderat Thomas Heimgartner, der für die Kinderbetreuung zuständig ist. Deshalb habe man auch keine Massnahmen ergriffen. Seit der Eröffnung der Kita im Jahr 2013 hätten zwei Kontrollen stattgefunden. «Dabei haben wir keine Mängel feststellen können.» Allerdings: Die Besuche waren jeweils angekündigt. «In Anbetracht der Geschehnisse würden wir das heute nicht mehr so machen», sagt Heimgartner. Dass es Unregelmässigkeiten gab, habe er erst in den Sommerferien erfahren. Als die Geschäftsführerin der Gemeinde und den Eltern eröffnet habe, dass ein Verkauf nicht zustande kommt und die Kita geschlossen wird, habe er einen Augenschein vor Ort genommen. «Dabei wurde mir geschildert, dass es Probleme gibt.» Die Gemeinde habe dann kurzfristig nach Lösungen gesucht, sagt Heimgartner.

Die «Suneblueme»-Geschäftsführerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, weist die Kritik von sich: «Es hat keine Ungereimtheiten gegeben.» Klar, manchmal sei es zu Missverständnissen gekommen und es seien kleinere Probleme aufgetaucht. «Aber die gibt es überall.» Auch hätte die Kita nie mehr Kinder betreut als erlaubt. «Es haben Kontrollen stattgefunden.» Dass der Verkaufsprozess unter den Eltern zu Verunsicherung geführt habe, könne sie verstehen. Doch: «Ich bin der Meinung, dass die Eltern rechtzeitig informiert worden sind.» Sie gibt aber zu, dass die Führung der «Suneblueme»-Kitas «extrem stressig» gewesen sei. «Weil ich auch gesundheitlich an den Anschlag kam, habe ich mich für einen Verkauf entschieden.» Da dieser jedoch nicht zustande gekommen sei, habe sie Konkurs anmelden müssen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die «Suneblueme» in die Schlagzeilen gerät: 2011 kam es in Fislisbach zu zwei Kündigungen, woraufhin Vorwürfe gegen die Kita und die Gemeinde laut wurden. Gemeindeammann Silvio Caneri sagte damals zur AZ, dass regelmässig unangekündigte Kontrollen durchgeführt würden und bei einer solchen Probleme festgestellt worden seien. «Diese sind allerdings daraufhin gelöst worden», gab Caneri zu Protokoll.

Die Eltern, deren Kinder die Kita in Oberrohrdorf besucht haben, konnten einen Platz in anderen Kitas in der Umgebung finden, wie Heimgartner sagt. Zudem bietet neu der Verein Mikado, der für die schulergänzende Tagesbetreuung verantwortlich ist, am ehemaligen Kita-Standort ein beschränktes Angebot an. «Dies bis zu den Herbstferien. Eine weitergehende Lösung ist leider mangels Auslastung aus finanziellen Gründen nicht möglich.» Aber die Eltern würden so wenigstens Zeit erhalten, sich zu organisieren.

Auch die Eltern, die sich bei der AZ gemeldet haben, konnten eine andere Kita in der Region finden. «Wir sind froh, hat es so kurzfristig geklappt.»