«Wenn man durch Ehrendingen oder durch das Wehntal fährt, dann sieht man, dass enorm viel gebaut wird», sagt Renato Sinelli, Gemeindeammann von Ehrendingen. Das starke Wachstum habe auch einen Einfluss auf die Abwasserreinigungsanlage Oberes Surbtal: Die Kapazitätsgrenze der Kläranlage sei erreicht worden. Sie wird darum ausgebaut – am Dienstag fand der Spatenstich statt. «Wir erhöhen die Leistungsfähigkeit der Anlage um 30 Prozent», erklärte Jörg Ringwald, Leiter des Gesamtprojektes.

Im Regenwetterfall soll die hydraulische Kapazität von 130 Litern pro Sekunde auf 180 Liter pro Sekunde erhöht werden, erklärte er weiter. «Der neue Wert entspricht etwa der Menge einer gefüllten Badewanne, die an einem Regentag pro Sekunde auf die Kläranlage zufliesst und dann bearbeitet werden kann.»

Ausbau für 2,44 Millionen Franken

Mehrere Varianten zur Kapazitätssteigerung seien geprüft worden, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Die Verantwortlichen haben sich für das sogenannte Hybridverfahren entschieden – ein zweistufiges Verfahren zur Reinigung des Abwassers. Ein grosser Vorteil dabei: Es müssen keine neuen Becken erstellt werden, es genügt ein Ausbau der bestehenden Becken.

Renato Sinelli, Gemeindeammann von Ehrendingen, und Jörg Ringwald, Gesamtprojektleiter, geben Auskunft über den Ausbau der Kläranlage

Renato Sinelli, Gemeindeammann von Ehrendingen, und Jörg Ringwald, Gesamtprojektleiter, geben Auskunft über den Ausbau der Kläranlage

Der Ausbau der Kläranlage kostet 2,435 Millionen Franken. Diesen Kredit hatte die Bevölkerung von Ehrendingen, Niederweningen, Oberweningen, Schleinikon, Schneisingen und Schöfflisdorf im vergangenen Winter an den Gemeindeversammlungen bewilligt.

Da die Anlage an Regentagen überlaufen ist, muss in Ehrendingen ausserdem ein neues Regenbecken erstellt werden. Zurzeit fliesst bei Regen acht Mal mehr Wasser in die Reinigungsanlage als an trockenen Tagen – mit der Folge, dass gut 600 Liter Regenwasser pro Sekunde in die Surb fliessen, ohne komplett gereinigt worden zu sein. «Dieser Zustand ist von der Abteilung für Umwelt des Kantons Aargau wiederholt bemängelt worden», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. Im Einzugsgebiet sollen nun sechs Regenbecken gebaut werden, um einen Teil des Regenwassers sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt reinigen zu können.

Für den Bau des Regenbeckens wurde an den Gemeindeversammlungen ein Kredit für 1,59 Millionen Franken gesprochen. Im November 2013 sollen die Bauarbeiten beendet sein.