Als René Saurenmann im Frühjahr 2007 seine Stelle als Betriebsleiter des Badener Terrassenbads antrat, gab er der az zu Protokoll: «Sicherheit und Kundenfreundlichkeit stehen an erster Stelle.»

Kundenfreundlichkeit? In letzter Zeit häufen sich Meldungen, wonach Saurenmann sich als eigentlicher «Badi-Sheriff» gebärde und mit eiserner Hand über den Betrieb herrsche.

Mehrere Gäste wollen beobachtet haben, wie der 58-jährige Betriebsleiter wiederholt Badi-Besucher mit deutlichen Worten zurechtweist.

So habe er unlängst eine Gruppe Jugendlicher, kaum hatte sie das Terrassenbad betreten, mit folgenden Worten empfangen: «Hier wird nicht gekifft oder gesoffen.»

Offenbar schreckt der Betriebsleiter auch nicht davor ab, Angestellte lautstark in den Senkel zu stellen.

Der Angesprochene reagiert auf Anfrage gelassen: «Manchmal braucht es eine klare Ansage; vor allem dann, wenn Gefahr in Verzug ist.»

An Spitzentagen würden sich bis zu 6000 Gäste im Terrassenbad aufhalten. «Unsere oberste Priorität ist die Sicherheit und dass all unsere Gäste am Abend wieder gesund nach Hause gehen.»

Auch sei es nicht so, dass er etwa jugendliche Besucher auf dem Kicker habe. «Doch ich kenne meine Pappenheimer und erinnere sie zuweilen prophylaktisch an unsere Regeln.»

Gerade zu Spitzenzeiten sei er oft an der Front anzutreffen. «Da braucht es halt auch mal jemanden, der schnelle und klare Entscheidungen trifft.» Auf seinen Führungsstil angesprochen, sagt Saurenmann: «Klar, muss ich meine Mitarbeiter – teils auch Teilzeitangestellte – auf eine Linie einschwören. Doch glauben sie mir: Wir sind wie eine Familie und bringen uns gegenseitig höchsten Respekt entgegen.»

Wasserballer zeigen sich irritiert

Doch nicht nur einzelne Badegäste bekunden mit dem teils forschen Umgang Saurenmanns ihre Mühe. Vor ein paar Monaten gerieten «der Sheriff» und der Schwimmclub Baden aneinander. Was war passiert?

Die Wasserballer vom Schwimmclub trainieren in der Regel im Schwimmbad des Schulhauses Pfaffechappe. Doch weil dieses während den Schulferien geschlossen hat, wichen sie in den Sportferien ins Hallenbad Baden aus.

«Acht Klubmitglieder nutzten eine Bahn ganz links fürs Schwimmtraining, ohne dabei irgend jemanden zu stören», sagt Clubpräsident René Gamper. Von den Hallenbad-Angestellten habe sich niemand über die Anwesenheit der Wasserballer beschwert.

«Umso erstaunter habe ich dann am nächsten Tag die Mail von Saurenmann zur Kenntnis genommen», so Gamper. Besagte Mail liegt der Redaktion vor. In seiner Mail wählt Saurenmann deutliche Worte: Das Hallenbad stehe ausschliesslich dem «öffentlichen» Publikum zur Verfügung.

Das Benutzen des Hallenbads ohne jegliche Vorankündigung stelle einen groben Verstoss gegen die Bewilligung vom Wasserballklub dar. «Aus diesem Grunde werden alle Klubabos des Wasserballclubs bis Ende der Ferien gesperrt.» Und weiter: «Um eine weiterhin konstruktive und positive Zusammenarbeit zu gewährleisten, stehe ich Dir für ein Gespräch gerne zur Verfügung.»

Rückendeckung von Stadtrat Huber

Gamper räumt ein, man hätte allenfalls das Kommen ankündigen sollen. «Andererseits konnten wir das Hallenbad auch in Vergangenheit nutzen, und wir haben ja auch niemanden gestört.» Ihn störe vielmehr der ruppige Ton. «Wie kann man von konstruktiver Zusammenarbeit sprechen, uns aber gleichzeitig derart abstrafen?».

Immerhin: Die Wasserballer durften das Hallenbad einzeln natürlich weiter benutzen. «Uns ging es lediglich darum, zu verhindern, dass mehrere Klubmitglieder gleichzeitig hier aufkreuzen», so Saurenmann. Denn: «Wir haben klare Reglemente, die für alle Vereine gelten. Auch für den Schwimmclub gibt es keine Extrawurst.»

Rückendeckung erhält Saurenmann vom zuständigen Stadtrat Roger Huber (FDP): «René Saurenmann hat eine direkte Art, aber die braucht es auch, damit es im Terrassenbad nicht aus dem Ruder läuft.»