Ehrendingen
Klare Voten für die Jugend an der Gemeindeversammlung

Ehrendingen ist Mitglied des Oberstufen-Schulkreises Baden. So werden die Schüler bald nach Baden zur Schule gehen, was eine Umnutzung der bestehenden Schulhäuser mit sich bringt. Die Gemeindeversammlung genehmigte dafür den Kredit.

Dieter Minder
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Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2014/2015 werden die Jugendlichen den Unterricht in Baden besuchen. Damit kann die Gemeinde die bestehenden Schulhäuser neu nutzen. Sie will, so Vizeammann Hans Hitz an der Gemeindeversammlung, die Schulen an zwei Standorten konzentrieren. «Aus pädagogischer Sicht ist es vernünftig, Kindergärten sowie 1. und 2. Klassen zusammen zu legen» sagte Hitz. Die Kinder sollen in den Schulhäusern Ifängli und Dorf untergebracht werden. Die 3. und 4. Klassen sollen im Schulhaus Dorf, die 5. und 6. Klassen im Schulhaus Lägernbreite zusammen gefasst werden.

Ifängli wird ausgebaut

Was für bauliche und damit finanzielle Konsequenzen dieses Schulkonzept hat, erläuterte Gemeinderat Urs Burkard. Im Schulhaus Ifängli soll auf dem bestehenden Untergeschoss ein Anbau realisiert werden. Im alten Schulhaus aus dem Jahre 1838 muss vor allem der Brandschutz verbessert werden. Im Schulhaus Lägernbreite sollen 3 Schulzimmer zu 6 Musikzimmer umgestaltet werden und das Haus soll wieder eine gedeckte Pausenhalle erhalten. Die Kosten dafür sind auf 3,6 Millionen Franken veranschlagt.

Infrastruktur für eine Gemeinde

Konrad Schneider stellte im Namen von Pro Ehrendingen, unterstützt von CVP und SVP, einen Rückweisungsantrag. «Wir kritisieren, die Altersunterteilung, weil so Kinder ab der 3. Klasse aus der Tiefenwaage ins Oberdorf zur Schule gehen müssten.» Pro Ehrendingen möchte Mittelstufenunterricht auch im unteren Dorfteil. Hitz betonte in seiner Antwort, dass die Schule hinter dem Konzept stehe. Mit den Bauten werde die Infrastruktur für eine grosse Gemeinde geschaffen. Bisher verfüge Ehrendingen immer noch über die Infrastruktur zweier kleinen Gemeinden.

Eine Versammlungsteilnehmerin, selber Lehrerin aber nicht in Ehrendingen, sagte, dass der Wechsel zwischen den Schulhäusern kein attraktiver Arbeitsplatz sei: «Das wird nicht die besten Lehrerinnen und Lehrer nach Ehrendingen ziehen.» Für die CVP wünschte der ehemalige Vizeammann Viktor Zimmermann, bis im Sommer einen überarbeiteten Antrag.

Gemeinderat Hans Hitz bezweifelte, dass die Zeit bis dahin reiche. «Wichtig ist, dass wir die Anträge des Gemeinderates annehmen, um unseren Kindern eine gute Zukunft zu geben», verlangte ein Vater eines Siebenjährigen. Mit 152 Nein gegen 60 Ja wurde der Rückweisungsantrag abgelehnt.

Anschliessend genehmigte die Versammlung diskussionslos 2,35 Millionen für den Ausbau des Schulhauses Brühl. Vorgesehen ist ein Anbau im bestehenden Stil, mit 4 Klassenzimmern sowie mehreren Gruppenräumen. Zudem muss es behindertengerecht ausgebaut werden.

Klares Bekenntnis für die Jugend

Angesichts der stark wachsenden Bevölkerung und folglich mehr Jugendlichen, beteiligt sich die Gemeinde an der regionalen Fachstelle für Jugendarbeit und baut die eigene Jugendarbeit aus. Heute gibt es, getragen von der reformierten Kirchgemeinde Baden und mitfinanziert von den Gemeinden eine Jugendarbeitsstelle mit 25 Stellenprozent.

«Die Jugendarbeit hat das Ziel, die Jugend im Dorf zu halten», sagte Gemeinderätin Heidi Maurer. Sie will das Angebot nicht als Konkurrenz für die Vereine und Jugendgruppen verstehen: «Wir wollen mit diesen zusammen arbeiten.» Den Jugendlichen soll, ausserhalb des Elternhauses und der Schule, eine Anlaufstelle geboten werden. Ursprünglich beabsichtigte der Gemeinderat, eine 80-Prozent-Stelle zu schaffen.

In der Vernehmlassung hätten die Parteien vor allem die Kosten kritisiert: «Der Gemeinderat hat das Pensum deshalb auf 65 Prozent reduziert», sagte Maurer. Versammlungsteilnehmer Adrian Flück stellte den Antrag, das Pensum wieder zu erhöhen. Er stützte sich dabei auf die Erfahrungen der Kirchgemeinden. Sein Antrag obsiegte, das Pensum wurde auf 80 Prozent aufgestockt.

Zum Aufbau der Jugendarbeit schliesst Ehrendingen einen Leistungsvertrag mit Baden ab. Das heisst, die Fachstelle Kind, Jugend, Familie der Stadt stellt den Jugendarbeiter an, dieser ist aber in Ehrendingen tätig. Als Initialkosten muss Ehrendingen der Stadt 10 000 Franken bezahlen. Zur Kontrolle der Jugendarbeit will die Gemeinde eine Jugendkommission berufen.

Jugendraum Cocos wird ausgebaut

Für 125 000 Franken soll der Jugendraum Cocos, im Luftschutzkeller der Turnhalle Chilpen unter Einbezug eines weiteren Luftschutzkellers und eines Musikzimmers ausgebaut werden. Auch eine Kochnische sowie modernisierte WC-Anlagen sollen den Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden. Ein Versammlungsteilnehmer kritisierte, dass die Vereine vieles in Fronarbeit erbringen müssten, und er forderte deshalb, dass die Jugendlichen mitarbeiten müssten. Gemeinderätin Maurer bestätigte, dass solche Leistungen, wie das Malen der Räume vorgesehen sei.

Budget diskussionslos genehmigt

Bei einem Umsatz von 13,7 Millionen Franken resultiert 2012 mutmasslich ein Aufwandüberschuss von 297 000 Franken. Dieser soll mit Eigenkapital finanziert werden. Der Steuerfuss wurde unverändert auf 110 Prozent festgelegt.