Beide Burghaldenkredite sind vom Badener Stimmvolk genehmigt worden, wenn auch in den letzten Wochen vor dem Abstimmungstag nochmals Diskussionen um die hohen Kosten von 98,5 Mio. Franken für den Neubau des Sekundarstufenzentrums aufgekommen waren. Die Argumente für die Richtigkeit und Notwendigkeit der grossen Investition setzten sich letztlich bei einer Mehrheit durch.

Mit 3542 Ja- zu 1925 Nein-Stimmen wurde der Bruttokredit für das Sekundarstufenzentrum deutlich, wenn auch nicht mit überwältigender Mehrheit genehmigt. Die Stimmbeteiligung betrug 47,1 Prozent. Der Sanierungskredit für die Burghalde 1 (8,1 Mio.) kam mit 4130 Ja gegen 1352 Nein merklich klarer durch, wobei diese Vorlage zweifellos wegen des grossen Kredites für das Sekundarstufenzentrum mit Nein-Stimmen bedacht worden sein dürfte.
Wichtig für den Standort Baden

«Das erste Ziel ist, dass wir mit der Spezialkommision für das Budget '19 einen guten Start haben»

Markus Schneider zur Bughalde: «Ein Projekt, für das ich mich sehr eingesetzt habe»

Es ist Markus Schneider wird in Baden Nachfolger von Stadtammann Geri Müller. Im Interview äussert er sich auch zum Ja zu den Burghalde-Krediten. 


Bauvorsteher und Vizeammann Markus Schneider zeigt sich über den Abstimmungsausgang überaus glücklich. Er freue sich ebenso sehr über das «doch indiskutable Ja» wie über seine persönliche Wahl als Stadtammann, erklärt Schneider: «Ich habe mich für das Projekt eingesetzt, weil es für den Schulstandort Baden ausserordentlich wichtig ist. Ich bin zudem überzeugt, dass dieses Sekundarstufenzentrum auch für Baden als Wirtschaftsstandort von Bedeutung sein wird.»

Die Freude über das Ja ins Gesicht geschrieben steht auch Schulvorsteherin Ruth Müri: «Ich freue mich riesig, denn mit dem deutlichen Ja haben die Stimmberechtigten ein klares Zeichen für die Bildung gesetzt.» Baden habe dabei Mut bewiesen, ein solches Vorhaben auch in einer schwierigen Zeit zu stützen. «Es ist eine wichtige Investition in die Zukunft, zu der das Stimmvolk trotz angespannter Finanzen jetzt Ja gesagt hat», sagt Müri und wertet darum den Ja-Entscheid umso positiver.

Im Vorfeld der Abstimmung war es vor allem die hohe Summe, die verschiedenenorts zu Zweifeln am Sekundarstufenzentrum geführt hatte. Zwar passierte der Kredit von 98,5 Mio. Franken im Einwohnerrat bei 7 Gegenstimmen sehr deutlich. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt wurde dennoch Kritik am Vorhaben laut. Dies auch darum, weil die Investition jährliche Abschreibungen von über 3 Mio. Franken zur Folge haben wird.
Es äusserten sich Stadtrat Erich Obrist und die neu gewählte Stadträtin Sandra Kohler gegen das Vorhaben. Während Kohler an der Podiumsdiskussion der AZ-Redaktion offen bekundete, Nein zu stimmen, relativierte am selben Abend Obrist seine Ablehnung, indem er eine Steuerfusserhöhung als Bedingung für ein Ja zum Kredit stellte. Letztlich zählte auch das Argument, dass bei einem Nein ein zu hoher Planungsaufwand zunichtegemacht würde.

Warten auf Baubewilligung

Baubeginn Sekundarstufenzentrum ist im August 2018. Die Baubewilligung soll in Bälde vorliegen. Der Bezug des Neubaus wird auf das Schuljahr 2021/22 terminiert. Damit wird die gesamte Oberstufe Badens unter ein Dach kommen. Bauvorsteher Schneider will weiterhin alles daransetzen, dass die Baukosten reduziert werden können. Die Sanierung Burghalde 1 findet in den Jahren 2019/2020 statt. Dann werden weitere Kredite für die Pfaffechappe folgen, die zum Primarschulhaus wird.Allen voran äusserten sich Stadtrat Erich Obrist und die neu gewählte Stadträtin Sandra Kohler sogar öffentlich gegen das Vorhaben. Während Kohler an der Podiumsdiskussion der AZ-Redaktion offen bekundete, Nein zu stimmen, relativierte am selben Abend Obrist seine Ablehnung, indem er eine Steuerfusserhöhung als Bedingung für ein Ja zum hohen Kredit stellte. Letztlich zählte auch das Argument, dass bei einem Nein ein zu hoher Planungsaufwand zunichte gemacht würde.