Baden
Klingelnde Kassen, volle Geschäfte: In Baden herrscht nach dem Ende des Lockdown wieder Hochbetrieb

In den Badener Geschäften herrscht seit dem Ende des Lockdown wieder Hochbetrieb – und zumindest aus finanzieller Sicht beinahe der Normalzustand wie vor der Pandemie. Besonders gefragt sind derzeit Bücher und Kleider.

Larissa Gassmann
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Christine Siegrist, Leiterin von Bücher Doppler, darf sich nach dem Lockdown-Exit über viel Kundenbesuch freuen.
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«Wir sind positiv überrascht. Offensichtlich besteht Nachholbedarf. Die Kunden haben spürbar das Bedürfnis, wieder vor Ort durch die Bücher zu schnuppern», sagt Siegrist.
Besonders gefragt ist zurzeit Belletristik. Doch auch Literatur zum Thema Wandern oder Velofahren läuft gut.
Die KundInnen schauen sich schon mal im Schaufenster an, was sie nun auch wieder physisch einkaufen können.
Auf dem Platz beim Badener Stadtbrunnen tummeln sich schon wieder etliche Leute im Schatten der Bäume.
Noch ist nicht überall alles bereit für den Ansturm, wie z.B. die noch kleiderlosen Schaufensterpuppen im Schaufenster vom Zara.
Robert Sailer, hier in seiner Papeterie Höchli im Langhaus, durfte seine Türen ebenfalls am 11. Mai öffnen.
«Die Kundschaft ist nun wieder da, obschon die Kaufbereitschaft doch verhaltener als sonst ist», so Sailer.
Im Bekleidungsgeschäft Laube & Gsell ist Detailhandelsfachfrau Hiba Bua nach der Wiedereröffnung wieder voll im Einsatz.
Die Detailhandelsfachfrauen Karin aus der Au und Hiba Bua sowie Geschäftsleiterin Nicole Buccianelli haben alle Häne voll zu tun.
Vor dem Badener Tabakhaus, welches schon vor dem 11.05.2020 öffnen durfte, stehen die KundInnen Schlange.
Die Läden der Stadt Baden konnten ab dem 11. Mai wieder ihre Türen öffnen.
Baden wacht auf: Fussgänger geniessen vor dem Manor die warmen Temperaturen.
«Endlich wieder arbeiten»: Yeliz Dagdas vom «Calida».
Laurin Jäggi, Ladeninhaber der Buchhandlung Librium, darf die Kunden nun wieder vor Ort beraten.
In der Buchhandlung „Librium“ sind längst alle letzten Vorbereitungen für den nächsten Ansturm getroffen.
Schon sind die Parkplätze an der Stadtturmstrasse, die die letzten Wochen gar nicht genutzt wurden, wieder alle besetzt.

Christine Siegrist, Leiterin von Bücher Doppler, darf sich nach dem Lockdown-Exit über viel Kundenbesuch freuen.

Britta Gut

Vor gut zwei Wochen ist in Badens Einkaufsmeile wieder das Leben zurückgekehrt. Bunt dekorierte Schaufenster und Geschäftsauslagen locken das kaufende Volk nach dem Ende des Lockdowns wieder in die zahlreichen kleinen und grossen Läden, in denen nun wieder die Kassen klingeln. Über viel Kundschaft darf sich beispielsweise die Buchhandlung Doppler an der Badstrasse freuen. Mit jedem seit dem 11.Mai verstrichenen Tag nähern sich die Verkaufszahlen mehr denen vor der Coronakrise an. Zumindest aus finanzieller Sicht herrscht nach der Durststrecke fast schon wieder Normalzustand.

«Wir sind positiv überrascht. Offensichtlich besteht Nachholbedarf. Die Kunden haben spürbar das Bedürfnis, wieder vor Ort durch die Bücher zu schnuppern», sagt Christine Siegrist, Leiterin von Bücher Doppler. Nebst den Samstagen ist auch unter der Woche ungewohnt viel los. Bereits während des Lockdown durfte sie auf die Solidarität ihrer Kundschaft zählen, dank portofreiem Versand und einer eigens eingerichteten Abholstation wurde die Zeit ohne Kundenkontakt überbrückt.

Bücher zum Thema Reisen besonders gefragt

Nach nun wieder ermöglichter Beratung gehen bei ihr Bücher aller Art über die Ladentheke. Besonders gefragt ist Literatur zum Thema Reisen in der Schweiz. Alles was mit Ausflugstipps, Wandern oder Velofahren zu tun hat, wird derzeit gerne gelesen. «Natürlich im Gegensatz zu all den Reiseführern, die sich um Ferien im Ausland drehen», wie Siegrist anmerkt. Während ihrer Einkäufe zeigen sich die Kunden diszipliniert, was die neue Normalität mit all ihren Einschränkungen betrifft. «Man passt auf und ist vorsichtig unterwegs, aber die Stimmung ist durchaus gut», so Siegrist.

An der Papeterie Höchli ging der ganz grosse Ansturm zwar vorbei. Für Inhaber Robert Sailer kommt dies aber kaum überraschend. Wer seinen Laden im Bereich Bahnhof West betritt, der weiss schliesslich schon im Vorhinein genau, welche Produkte er benötigt. Laufkundschaft, die «schnöiggend» durch die Gänge streift, gab es bei ihm schon zuvor nicht. «Unsere Kunden kommen gezielt zu uns, wenn sie einen bestimmten Artikel benötigen. Die Kundschaft ist nun wieder da, obschon die Kaufbereitschaft doch verhaltener als sonst ist», sagt Sailer. Weil selten mehr als zwei Personen vor Ort sind, bereitet es weder ihm noch der Kundschaft Mühe, die geltenden Abstandsregeln stets einzuhalten. Trotzdem werden die Schutzmasken ab und an montiert: «Dies vor allem, wenn wir den Kunden Artikel vorführen, beispielsweise Schreibgeräte.»

Kaum Masken bei den Kunden

Bei Nicole Buccianelli, Geschäftsleiterin des Bekleidungsgeschäfts Laube & Gsell, herrscht reger Betrieb. Am ersten Samstag nach dem Ende des Lockdowns musste sie zeitweise gar Kundinnen und Kunden draussen zum Warten vertrösten, da die erlaubte Anzahl von 35 Personen ansonsten überschritten worden wäre. Auch unter der Woche ist viel los: «In den vergangenen zwei Wochen hatten wir immer zu tun, es war viel Kundschaft da.»

Trotz des Ansturms werden die Hygienemassnahmen laut der Geschäftsführerin gut eingehalten. Nur ab und an muss die Kundschaft zum Abstand halten ermahnt werden. Während das ganze Team Masken trägt, so gebe es unter den Kunden wiederum nur wenige, welche sich entsprechend schützen. Dafür verteilt sich der Kundenfluss im grossen Gebäude gut. So wurde unbeschwert querbeet alles in die Tüten gepackt, vom warmen Pullover bis hin zu sommerlichen Kleidern.

Einen bestimmten Verkaufsrenner gibt es nicht. Viele Stammkunden geniessen es nur schon, einfach wieder vor Ort sein zu können. «Die Kunden haben Freude, dass sie wieder durch die Gänge stöbern und Kleider kaufen dürfen. Das ist schon spürbar», sagt Nicole Buccianelli.

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