«Hangen und bangen in schwebender Pein...» – so wie es Klärchen in Goethes «Egmont» ergeht, so mögen sich am Dienstagabend gar manche Theater begeisterte Aargauer Männer und Frauen gefühlt haben.

Leuchtend hell war die Vorfreude auf die Premiere der Wettinger Klosterspiele, doch zappenduster die Wetteraussichten: Kälte und Dauerregen auf der einen, «Viel Lärm um nichts» auf der anderen Seite waren angesagt.

Die Veranstalter aber vertrauten auf die musische Seite von Petrus, das Gros der Premierenbesucher schloss sich ihnen an und siehe da: Es regnete nur zwischendurch währen kurzen Augenblicken; die Kälte war – na ja – Thermowäsche sei Dank, erträglich.

Der Verein Klosterspiele hatte vor der Premire Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur – kurzum Aargauer VIP’s – zu Bier, Wein, Sekt, Weisswürstl mit Brezen, Melone mit Parmaschinken und weiteren Leckereien geladen hatte. Die Promis strömten in die Aula der Kantonsschule und stimmten sich mit Shakehands und Smalltalk auf Shakespeare ein.

Sie trugen nicht etwa wetterfeste Wanderkleidung, sondern waren zumeist comme il faut gekleidet. Die Herren in Anzug und Krawatte, die Damen in elegante Hosen, Shirts, Blazer. Vereinzelt waren gar High Heels auszumachen.

Bestatter Luc Conrad hatte Feierabend, war als Mike Müller zugegen und unterhielt sich glänzend mit Vereinspräsidentin Maja Wanner. Als Regierungsvertreter konnte sie Landammann Roland Brogli mit Gattin Rosmarie, Kulturminister Alex Hürzeler und seiner Partnerin Ursula Kühne begrüssen. Geladen war ebenfalls Susanne Hochueli – jedoch wurde sie nicht gesichtet.

Dies hingegen war, unter zahlreichen weiteren Promis, der Fall mit Wettingens Gemeindeammann Markus Dieth und Gattin Desirée, Einwohnerratspräsident Joseph Wetzel, CVP-Frau Marianne Binder, dem international bekannten Künstler Beat Zoderer, Flamencos-en-route-Gründerin Brigitta Luisa Merki, dem obersten Datenschützer Hanspeter Thür, NAB-Verwaltungsrat-Präsident Josef Meier mit Gattin Angelica.

Auch Fredy Diener, Präsident vom Verein Verenaspiel, war aus Bad Zurzach gekommen, wo am 6. August mit dem Mirakelspiel «Verena» ein weiteres Aargauer Freilicht-Highlight Premiere feiern wird.

Deftig, hervorragend, speziell

Nachdem sie auf den Tribünen Platz genommen hatten, waren sie kaum wieder zu erkennen. In dünnes Plastik mit spitzer Kapuze gehüllt, weckten die Zuschauer den Eindruck eines kleinen Heeres von ausserirdischen Zwergen. Doch diese liessen sich total irdisch mitreissen und begeistern von der Aufführung.

«Sehr schön und unterhaltsam – lustig, deftig, satirisch», kommentierte Roland Brogli. «Das Ganze ist hervorragend und absolut grandios inszeniert und gespielt», so das Fazit der Badener Stadträtin Daniela Berger. «Wunderbares Theater», brachte es Brigitta Luisa Merki auf den Punkt.

«Ganz speziell und etwas gewöhnungsbedürftig – Komik und Tragik im Minutentakt», hielt der Wettinger Gemeinderat Roland Kuster fest. Und AKB-Chef Rudolf Dellenbach fand: «Sehr originell und engagiert, allerdings etwas kalt.»