Niederrohrdorf
Knapper Entscheid zum Gemeinderatslohn in Niederrohrdorf

Lange Diskussionen über Entschädigungen und Strassenprojekte prägten die Einwohnerversammlung vom vergangenen Freitag: Niederrohrdorfer folgen dem Antrag der Finanzkommission.

Patrick Hersiczky
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Auch in Niederrohrdorf gibt die beantragte Besoldungserhöhung für den Gemeinderat zu reden.

Auch in Niederrohrdorf gibt die beantragte Besoldungserhöhung für den Gemeinderat zu reden.

«Willkürlich ist die Anbindung der Entschädigung des Gemeinderates an eine KMU», klärte Gemeindeammann Gregor Naef die 173 Stimmberechtigten an der Wintergmeind auf.

Die Teuerung hat die Gemeinde zwar stets angepasst, doch hat man auf eine Reallohnerhöhung verzichtet.

Deshalb hat der Gemeinderat mit einer Arbeitsgruppe zusammen eine Erhöhung diskutiert. Dieses Gremium hat zwei Varianten vorgelegt.

Der Gemeinderat wollte die Entschädigung von gesamthaft 125'000 auf 161'000 Franken erhöhen und hat damit den Lohn an das Reglement der Gemeinde angepasst.

«Der Finanzkommission war dies zu ambitiös. Wir beantragen eine Erhöhung auf 145'000 Franken», so Patrick Müller, Präsident der Finanzkommission (Fiko).

Damit erreiche man die Top-Lohn-Gemeinden vom Rohrdorferberg und könne mit dem gesparten Geld 400'000 Franken zusätzliche Investitionen jährlich tätigen.

Der Gemeinderat hingegen erläuterte, dass es schwierig geworden sei, neue Kandidaten für ein politisches Amt zu gewinnen.

Wenn eine Person ihr Arbeitspensum wegen einem Behördenamt reduzieren muss, so schauen diese Leute eher darauf, ob sich das noch rechnet.

Für Votant Patrick Spar war zudem klar: «Wir sparen ein Vielfaches, wenn wir kompetente Politiker haben.»

«Die Mitglieder der Fiko haben keine Pauschale, sondern erhalten einen Stundenansatz von 50 Franken», meinte die abtretende Schulpflegepräsidentin, Sylvia Trachsel - die auch als Bürgerin sprach - „der Gemeindeamman dagegen nur 46 und die Gemeinderäte nur 37 Franken pro Stunde."

Die Einwohner folgten dennoch knapp mit 82 zu 74 Stimmen dem Antrag der Fiko.
Verdutzter Alt-Gemeindeammann

Die Bremgartenstrasse und Oberdorfstrasse sollen nicht nur saniert, sondern auch verschönert werden. Dafür war ein Kredit von 7 Millionen Franken vorgeschlagen. Erstaunlichweise beklagten sich Einwohner darüber, dass die Strasse nicht sieben, sondern nur sechs Meter breit werde.

So erzählte etwa ein Einwohner, dass es allgemein bekannt ist, dass Autos heute immer breiter werden.

«Als Bauingenieur höre ich selten, dass man breitere Strassen will», meinte ein etwas verdutzter Alt-Gemeindeammann Christoph Meiler. Nach etlichen - eher ablehnenden Voten - haben die Stimmberechtigten dem Kredit aber klar mit 103 zu 51 zugestimmt.

Das Budget mit einem Überschuss von 424'000 Franken haben die Einwohner einstimmig angenommen.

Der Antrag der Fiko, die auch bei der Entschädigung der Schulpflege eine geringere Erhöhung vorgeschlagen hat, ist mit 97 Nein zu 31 Ja klar abgelehnt worden.

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