Baden
Kolibakterien-Test: Das sagt die Eismaschinen-Firma zum schlechten Ergebnis

Das Restaurant Rose schnitt beim Eiswürfeltest schlecht ab. Der Wirt konnte sich das schlechte Testergebnis nicht erklären und fragte bei seiner Eismaschinen-Firma nach.

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"Rose"-Wirt Eggenschwiler
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Wirt Eggenschwiler und sein Angestellter rätseln über die Herkunft der Bakterien.
Das Restaurant "Rose" in Baden.
Eiswürfel-Test
Der Stv. Aargauer Kantonschemiker Claudius Gemperle sagt: "Eine schwere Erkrankung ist unwahrscheinlich."

"Rose"-Wirt Eggenschwiler

Tele M1

Wirt Urs Eggenschwiler ist erstaunt: "Sind dir schon mal Bakterien oder Schleim aufgefallen?", fragt er seinen Angestellten. Dieser verneint. Zu zweit stehen sie vor der Eismaschine, die ihnen so viel Ungemach beschert.

Das Konsumentenmagazin "Saldo" hat dem Badener Restaurant "Rose" soeben die schlechteste Note erteilt: Eine Probe hat einen hohen Wert an Kolibakterien ergeben. Die Gesamtkeimzahl liegt bei 35'000 pro Milliliter. Das ist das zehnfache des Erlaubten.

Ein sehr guter Wert würde bei maximal 300 Kolibakterieneinheiten liegen, ein guter Wert bei 3000. Insgesamt wurden schweizweit 70 Restaurants getestet, jedes dritte hatte Fäkalbakterien im Eis.

Dass jemand daran erkrankt, ist aber unwahrscheinlich, sagt der Stv. Kantonschemiker Claudius Gemperle. Er stellt aber klar: "Ich will die Angelegenheit nicht verharmlosen, natürlich sind wir mit den Werten nicht zufrieden."

Dennoch ist die Sache "Rose"-Wirt Eggenschwiler peinlich. "Ich habe ja immer auch die Nachbarschaft mit Eis verpflegt. Und ich möchte nicht, dass es Probleme gibt." Er reagiert sofort: "Ich rufe noch heute die Hersteller-Firma der Eismaschine an und teile ihnen die Sachlage mit. Ich bin gespannt darauf, was sie sagt."

Die Eismaschinen-Firma "Meister Kälte+Klima" aus Neuenhof weist jegliche Schuld von sich. "Wir haben Herrn Eggenschwiler mitgeteilt, dass die Eismaschine nicht die Ursache für das schlechte Testergebnis sein kann. Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen", sagt Werner Meister, Inhaber der Firma auf Anfrage der az.

Die Maschine sei erst vor rund zwei Monaten in der Reiningung gewesen. Werner Meister vermutet, dass etwas mit den Leitungen nicht in Ordnung sei. "Das Haus ist ja schon sehr alt. Ich habe Herrn Eggenschwiler geraten, bei der Verwaltung nachzufragen."

Dass etwas mit der Leitung nicht stimmt, wäre zumindest möglich, wie Gemperle auf Tele M1 erklärt. Es könnte gemäss dem Stv. Kantonschemiker möglich sein, dass sich in einer alten Leitung ein "Biofilm" gebildet hat, der die Verunreinigungen verursacht. Dies vermutet der Wirt des Restaurants «Nix in der Krone» in Lengnau, der von "Saldo" ebenfalls schlechte Werte übermittelt bekam.