Kommentar
Schock für Kuster: Wettingens Ammann muss in den zweiten Wahlgang

Der Kommentar zum überraschenden ersten Gemeinderatswahlgang in Wettingen.

Claudia Laube
Claudia Laube
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Roland Kuster ist nur knapp in den Gemeinderat gewählt worden.

Roland Kuster ist nur knapp in den Gemeinderat gewählt worden.

Alex Spichale (
26.11.2020)

Noch 2016 ist Roland Kuster mit einem Glanzresultat zum Wettinger Gemeindeammann gewählt worden – da war er aber auch der einzige, der sich als Kandidat für die Nachfolge des heutigen Regierungsrats Markus Dieth zur Verfügung stellte.

Fünf Jahre später ist die Ausgangslage eine ganz andere. Kuster sah sich mit dem parteilosen Andrea Bova einem Konkurrenten gegenüber, dessen Chancen im Vorfeld nur schwierig einzuschätzen waren, der aber von sich behauptete, auch Personen zu mobilisieren, die ansonsten nicht wählen gehen. Wären die Stimmberechtigten dem Tenor der Parteien gefolgt, fünf von sieben sprachen sich klar für den jetzigen Gemeinderat und für Kuster als Ammann aus, wäre dessen Wiederwahl reine Formsache gewesen.

Doch das Wettinger Stimmvolk schert sich offensichtlich wenig um Parteimeinungen – und sorgt wie schon bei der Abstimmung für die Steuerfusserhöhung im vergangenen Jahr für eine Überraschung. 2320 von 5205 Personen, die einen gültigen Stimmzettel eingeworfen haben, wünschen sich eine Veränderung auf höchster Ebene und schrieben Bovas Namen auf.

Dass Roland Kuster nun in den zweiten Wahlgang muss und auch nur knapp als Gemeinderat gewählt worden ist, ist ein herber Rückschlag für den 62-Jährigen, der seinen Job als Ammann mit viel Herzblut ausübt. Sollte er angesichts dieser Enttäuschung Andrea Bova das Amt einfach kampflos überlassen, wäre das eine weitere grosse Überraschung.

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