Unverhofft zwei Millionen Franken zu besitzen – das kann einem schon die Sinne vernebeln! Der brave Angestellte Heinz Binder wird in der S-Bahn zum reichen Mann, nachdem er im Gedränge den falschen Koffer ergreift. Da erwacht in Binder kriminelle Energie und er beschliesst, mit seiner Frau Jeannette das Land so schnell wie möglich zu verlassen und in Barcelona unterzutauchen.

Doch so einfach ist das nicht, und so schickt ihm der britische Autor Ray Cooney allerhand unliebsame Gäste ins Haus: Ein befreundetes Paar, das Verwirrung stiftet und die Flucht erschwert. Einen Taxifahrer. Einen Kantonspolizisten sowie eine Kriminalkommissarin, die einen Toten aus dem Fluss gefischt hat. Die Leiche wurde anhand «seines» Aktenkoffers als … Heinz Binder identifiziert. Noch muss dies allerdings von Angehörigen bestätigt werden. Ziemlich unmöglich für eine angebliche Witwe, die sich gerade gnadenlos betrinkt. Soll sie nun nach Barcelona oder in die Leichenhalle?

Die Turbulenzen in Binders Wohnzimmer steigern sich mit jeder haarsträubenden Situation, um die sich die Komödienschraube dreht. Eine Notlüge jagt die nächste Pointe – bis im grossen Finale der mysteriöse Fremde «Oktokov» (dargestellt von Luca Weber) seinen Aktenkoffer mit gezückter Waffe in Binders Stube zurückfordert.

Dialektfassung umgeschrieben

Nach dem eher ruhigen Stück «Guet Nacht Frau Seeholzer» vom letzten Jahr erwartet die Theater-Fans nun also eine rassige Komödie. «In ‹Verruckts Gäld› herrscht das totale Chaos», so Regisseurin Corinne Rathgeb. Sie hat die Dialektfassung von Rico Spring für ihr achtköpfiges Ensemble umgeschrieben.

Nicht nur sprachlich mussten Anpassungen gemacht werden. Auch gewisse Charaktere hat Rathgeb verändert: So ist zum Beispiel Cooneys «nerviger» Taxifahrer Charlie in Nussbaumen ein flippiger junger Mann. Für Nico Aschwanden, der letztes Jahr einen scheuen Aussenseiter spielte, eine neue Herausforderung, die ihm offensichtlich Spass macht.

Beste Unterhaltung ist jedenfalls garantiert. Sei es bei den lallenden Auftritten von Ehefrau Jeannette Binder (gespielt von Jacqueline Bysäth Juchli) oder der herrlichen Mimik von Mike Weber alias Rolf Jorns, Heinz Binders bestem Freund. Hauptdarsteller Peter Rathgeb scheint die Rolle sowieso auf den Leib geschrieben. Aber auch die ziemlich geduldige Kommissarin Schlatter (Christa Ledergerber), der bestechliche Wachtmeister Rüfenacht (Marco Heuer) und die opportunistische «beste» Freundin Bettina Jorns (Andrea Keller) tragen mit witzigen und teils zweideutigen Dialogen zum gelungenen Auftritt bei.

Seit August wird bis zu dreimal pro Woche geprobt. Eine intensive Zeit für das Ensemble. «Nun freuen wir uns, wenn es endlich losgeht», sagt Peter Rathgeb. Auf dass die zwei Millionen am Ende in den richtigen Händen seien!

«Verruckts Gäld»: Premiere am Samstag, 21. November; um 14 Uhr Aufführung für Senioren und Familien (reduzierte Preise). Am 25./ 27./ 28. November Aufführung jeweils um 20 Uhr. Gemeindesaal Nussbaumen, Eintritt 20 Franken.