Neuenhof

Konstruktionsfehler im «Schibler» – Es besteht keine Gefahr für Leib und Leben

Das sanierte Schulhaus Schibler wurde vor gut zwei Jahren mit einem Fest eingeweiht.

Das sanierte Schulhaus Schibler wurde vor gut zwei Jahren mit einem Fest eingeweiht.

Das sanierte Schulhaus in Neuenhof muss für 1,1 Mio. Franken nachgebessert werden. Konstruktionsfehler an der Fassade müssen behoben werden, um bleibende Schäden zu vermeiden. Die Klassen werden bis zum Frühjahr 2020 in provisorischen Schulzimmern untergebracht

Das Schulhaus Schibler wurde in den Jahren 2016 und 2017 umfassend saniert sowie mit beidseitigen Anbauten mit zwei Schulräumen respektive einem Schulraum pro Stockwerk erweitert. Vor gut zwei Jahren wurde das neue Schulhaus inklusive neuer Aula von Schülerinnen und Schülern und Lehrern feierlich eingeweiht.

Im Abnahmeverfahren sowie im laufenden Betrieb sei festgestellt worden, dass einzelne Bauteile einer vertieften Analyse bedürfen, um zu verhindern, dass Garantie- und Nachbesserungsfristen verwirken, teilt die Gemeinde Neuenhof nun mit. Das Schulhaus Schibler sei daher in den vergangenen Monaten einer gründlichen und fachmännischen Untersuchung unterzogen worden.

Bei den Untersuchungen wurden Konstruktionsfehler an der Fassade des Schulhauses Schibler entdeckt. Diese müssen so rasch als möglich behoben werden, um bleibende Schäden zu verhindern. «Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen bestand aufgrund der Konstruktionsfehler keine Gefahr für Leib und Leben», sagt Gemeinderat und Bauvorsteher Fred Hofer (FDP). Die Gemeinde habe in den vergangenen Wochen gestützt auf einem Schadensbericht den Bedarf für Nachbesserungen zusammen mit den Architekten, Fachleuten und involvierten Unternehmern festgestellt und ein entsprechendes Konzept zur Behebung zusammen mit den Involvierten erarbeitet.

Weshalb die Gemeinde 55'000 Franken zahlen muss

Die Bauarbeiten werden etappenweise und stockwerkweise von Oktober 2019 bis voraussichtlich Frühjahr 2020 durchgeführt. Während einer Bauetappe bleibt der entsprechende Stock aus Sicherheitsgründen jeweils geschlossen. Die Klassen werden während dieser Zeit in provisorischen Schulzimmern untergebracht. Dazu werden unter anderem die Gruppenräume in den Zentrumschulhäusern geschlossen und als provisorische Schulzimmer eingerichtet.

Die Kosten betragen rund 1,1 Mio. Franken, davon hat die Gemeinde 5 Prozent, also rund 55'000 Franken zu tragen. Die restlichen Kosten laufen über die entsprechenden Versicherungsleistungen. Doch weshalb muss die Gemeinde überhaupt etwas zahlen, wenn es sich um bauliche Mängel handelt? «Es handelt sich um sogenannte Ohnehinkosten», so Fred Hofer. «Wenn ein Fehler verursacht wurde, weil ein Unternehmer ungeeignetes, aber billigeres Material verwendet hat, statt geeignetes, aber teureres, und dieses teurere Material zur Fehlerbehebung eingebaut wird, so muss die Gemeinde die Differenz zwischen dem billigeren und dem teureren Material übernehmen, weil sie dies ja ohnehin hätte tun müssen.»

Die Gemeinde komme mit einer Kostenbeteiligung von lediglich 5 Prozent gut weg. «Umso eindrücklicher ist das Resultat, wenn man bedenkt, dass dazu kein Gericht bemüht werden musste. Verwaltung und Gemeinderat und vor allem die Bauherrenvertretung haben hier Toparbeit geleistet», führt Hofer aus.

Es sei dem Gemeinderat bewusst, dass die Bauarbeiten im Schibler eine Störung des Schulbetriebs und einen grossen Aufwand für die betroffenen Klassen bedeuten. Hofer: «Der Gemeinderat setzt alles daran, dass die Renovationsarbeiten zügig und baufachtechnisch korrekt voranschreiten, und dankt bereits jetzt allen für das Verständnis.»

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