Volkstänze bildeten seit der Hochromantik auch für die Klaviermusik zu vier Händen eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Das brachten in der randvollen Villa Boveri die in Baden lebende Russin Gala Gurinovich und die als Gast angereiste Slowakin Monika Mockovcakova mit Beispielen aus fünf Ländern effektvoll zum Ausdruck. Ihr «Tanz durch Europa» betiteltes Programm hätte nicht kontrastreicher und vergnüglicher sein können.

Bärbeissige Walzer

Es begann mit den Walzern «Drei wunderschöne Mädchen im Schwarzwald» op.6 von Paul Hindemith nahe an der Schweizer Grenze und an jener zur Salonmusik, über die sich das junge «Enfant terrible» der deutschen Musik lustig machte. Den bärbeissigen und schrillen Klängen nach zu schliessen, dürfte es sich bei den Schwarzwälderinnen kaum um inspirierende Schönheiten gehandelt haben.

Ebenso wenig seriös klang das vierhändige Rezital, entgegen dem Untertitel, mit der Fantaisie sérieuse «La Belle Excentrique» von Erik Satie aus. An die temperamentvolle Interpretation schloss sich mit demselben Spielwitz die Zugabe von Sergej Rachmaninows brillanter «Polka italienne» an.

Raritäten aus Mähren

Dazwischen führten die beiden Pianistinnen mit drei Norwegischen Tänzen op.35 von Edvard Grieg in den Norden und mit den «Volkstänzen aus Mähren» von Leoš Janácek in die Lachei. Diese selten aufgeführten Sammlungen von zwölf pianistischen Miniaturen, die auch Stücke aus Janáceks orchestralen «Lachischen Tänzen» enthalten, stellten Gala Gurinovich und Monika Mockovcakova mit hinreissendem Schwung und zartem Espressivo in den lyrischen Partien vor. Dass ihr die Musik des Landsmannes Rachmaninow eine Herzensangelegenheit bedeutet, liess Gala Gurinovich in Kostproben aus den Sechs Stücken op.11 heraushören.