«Chum mir singed die Songs wo mir liebe» – mit dem Namensgeber des neusten Albums hat Adrian Stern sein Konzert im Nordportal eröffnet. Für den gebürtigen Zürcher, der seit seinem zwölften Lebensjahr in Baden lebt, ist dieser Auftritt ein Heimspiel. Im Publikum Frau Mylen, zahlreiche Freunde und Kollegen sowie die Walliser Sängerin Sina, mit der er musikalisch seit Jahren eng zusammenarbeitet.

«Ich bin nervöser als sonst», gesteht er im Vorfeld. Seine Bedenken sind völlig unbegründet. Dicht gedrängt stehen die Fans vor der Bühne, singen von Anfang an bei jedem Hit Zeile für Zeile mit.

Etwas Bewegungsspielraum gibt es nur auf der Balustrade. Dort schauen ein paar Teenies verklärt von oben auf ihr Idol herab.

«Liebi macht mi blind», singt Stern. Seine Stimme wirkt bei besonders emotionalen Passagen fast brüchig. Das berührt.

Liebe und ihre Irren und Wirren sind immer wieder Themen in den ausschliesslich selbstkomponierten Stücken. «Ich schtah da und sing es Lied für dich. Es isch es simpels, ich hoff s’gfallt dir glich», gibt Stern im Song «Nr. 1» von sich.

Der 42-jährige Musiker mit dem jungenhaften Charme beschreibt damit auch seinen Stil. Alle Titel, die er mit der vierköpfigen Band darbietet, sind schnörkellos und melodiös. Oft schrammt der sympathische Künstler knapp am Kitsch vorbei.

«Chum mir haued ab; chum mir fönd nöi ah; chum mir stiged ines Flugzüüg und verschwinded uf Amerika.» Sein Ohrwurm nistet sich im Kopf ein. Man kann gar nicht mehr aufhören, ihn zu summen oder zu pfeifen.

Nur wenige wissen, dass der Musiker als Bub zwei Jahre in den USA lebte. «Ich habe schöne Erinnerungen an diese Zeit, und der Traum vom Auswandern ist immer wieder mal da, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt», sagt der Familienvater von zwei Kindern zur Entstehung seines Hits. Mittlerweile gehört «Amerika» zu den Evergreens im Schweizer Songbook.

Die Formation rund um Stern ist hochkarätig. Und wer sich nicht nur dem Schwofen zu eingängigen Melodien und Rhythmen hingibt, entdeckt bei den Instrumentalsoli, dass der Badener Herzbube vor allem auch ein hervorragender Gitarrist ist.

Am 17. Mai wird Adrian Stern zusammen mit Hendrix Ackle eine neue Ausgabe des Songcircles in der Stanzerei Baden bestreiten. Marc Sway ist mit dabei, und man singt sich gegenseitig Lieblingslieder vor, welche die musikalische Karriere geprägt haben.

Ab Ende September steht Adrian Stern mit Frölein Da Capo und Musikern von Heinz de Specht im Theater am Hechtplatz auf der Bühne und wird zum 50-Jahre-Jubiläum vom Beatles Album «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» die Originalsongs auf Schweizerdeutsch interpretieren.

Kommenden Sommer moderiert Stern für SRF vier neue Episoden der Sendung «Songmate». Das Format bringt jeweils zwei bekannte Schweizer Musiker zusammen, die innerhalb von 48 Stunden ein Lied komponieren müssen.