Wettingen

Konzerthunger, Fussball- und Festfieber bestens vereint

Zum 44. Mal hat sich die ganze Region im grössten Dorf am traditionellen Wettiger Fäscht getroffen. Während drei Tagen vergnügte sich alt und jung bei einem reichhaltigen Programm mit Konzert- und Beizenbetrieb.

Es sind die Sommerabende, die einem lange in Erinnerung bleiben: Wenn man bereits im vollen Bus realisiert, dass alle das gleiche Ziel haben: Wettingen, Zentrumsplatz. Von Weitem hört man panikartige Schreie vom Lunapark. Der Duft von Zuckerwatte steigt in die Nase.

33 Vereine und 18 Marktfahrer hatten die Zentralstrasse mit viel Leidenschaft für Essen, Musik, Spiel und Spass in ein Festzelt verwandelt. Zum Auftakt des Festwochenendes tat das Wetter erst seiner Jahreszeit alle Ehren: Warme Temperaturen am Freitag bis in die späten Stunden machten das Schulferiengefühl komplett. Auf der grossen Bühne auf der Brühlwiese und im Musikfestzelt spielten über den Abend verteilt fünf Bands, ab Mitternacht legte ein DJ auf. Ein fixes Genre hatte das Open Air nicht. «Ein ausgewogener Stilmix war uns wichtig», sagt Marco Meier, Booking-Verantwortlicher des Open Air Wettingen. «Wir haben Rock, Pop und Elektronische Musik, aber auch eine Big Band sowie einen bekannten Kinderliedermacher am Samstagnachmittag für die Kinder. So ist für alle etwas dabei.»

Auch am Samstag zogen fünf grossartige Bands trotz Temperatursturz unzählige Leute auf die Konzertwiese. Die grossen Namen lauteten «The Wanton Bishops» aus dem Libanon und «Will and the People» aus Grossbritannien. Dass die «Bishops» aufgrund von Kontrollproblemen am Flughafen rund zwei Stunden später auftraten als geplant, war ihnen schnell verziehen: Die vier bärtigen Männer brachten rauchige 60er-Jahre-Mittlerer-Westen-Bar-Atmosphäre ins Festzelt. Die tiefe Stimme des Frontsängers Nader Mansour erinnerte gleichzeitig an Johnny Cash und Jim Morrison (The Doors). Ihre Musik, die zwischen Psychedelic Rock und einer erfrischenden Dosis morgenländischem, meditativen Tarab oszillierte, war so ansteckend, dass der Boden des Festzeltes mitwippte. «The Wanton Bishops ist eine Band, für die Live-Musik in ihrem Land eine andere Bedeutung hat», erklärt Marco Meier. «In Beirut müssen sie für ihre Auftritte kämpfen. Es ist toll, können wir solchen Live-Bands hier eine Plattform schaffen.»

Nur wenige Minuten nach ihrem Auftritt, ging es auf der grossen Bühne mit den witzigen Londoner Jungs von «Will and the People» weiter. Experimenteller Reggea gepaart mit Indie-Pop erinnerten an Paolo Nutini, als dessen Vorband sie vor Jahren ihr erstes Schweizer Konzert hatten. Heute sind sie über den Vorband-Status hinaus selber sehr erfolgreich, und so wurde bei einigen ihrer Lieder laut mitgesungen.

Mit einem gemütlichen Sonntag mit allerlei Rahmenprogramm für Jung und Alt – vom traditionellen ökumenischen Gottesdienst, über Spiel und Spass in der «Kinderwelt» mit Kasperlitheater und Musikbetrieb – endete schliesslich das 44. Wettinger Fest.

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