«Information ist in diesem Fall eine Bringschuld», stellte Finanzkommissionspräsident Paul Koller angesichts der leeren Zuschauerränge im Rathaussaal fest. Der Einwohnerrat beriet über den Kredit von 594000 Franken, um das Sanierungs- und Ausbauprojekt Tägi zu überarbeiten. Die Stimmberechtigten hatten den Projektierungskredit von 5,72 Millionen Franken mit 58 Prozent der Stimmen abgelehnt. Mangelnde Information war eines der Argumente gewesen, mit denen die Gegner den Kredit bekämpft hatten.

Der Rat genehmigte die 594000 Franken schliesslich klar, mit 44 Ja gegen 3 nein. Der Antrag der CVP, das überarbeitete Projekt müsse zwingend einen Eisbereich enthalten, wurde mit 20 zu 18 Stimmen, bei 9 Enthaltungen abgelehnt. Zugestimmt, mit 23 zu 19 Stimmen bei 4 Enthaltungen, wurde dem Antrag von Martin Egloff (FDP), alternative Beläge für das Ausseneisfeld zu prüfen.

Wie lange dauert der Winter?

Das Stimmvolk habe eine klare Meinung abgegeben, sagte Yvonne Vogel (FDP): «Die Bevölkerung will Eis und Wasser.» Doch die Kosten müssten erheblich gesenkt werden. Die Fraktion SP/WG stimme dem Antrag mehrheitlich zu, sagte Roland Klasen. Er betonte die Bedeutung der Ökologie. Jürg Meier legte Wert auf die Feststellung, dass im Winter Eis zur Verfügung stehen müsse. «Die Frage ist, wie viel länger als drei Monate pro Jahr der Winter dauert.» Er wurde von Leo Scherer (WG) unterstützt. Dieser bezeichnet es als verantwortungslos, künstlich Eis herzustellen. «Wenn es kalt genug ist, ist Eissport auf Natureis möglich und sonst nicht.» Eissport sei nicht zwingend mit gefrorenem Wasser gleichzusetzen, deshalb müsse auch synthetisches Eis geprüft werden, sagte Meier. Martin Egloff hatte dazu einen Versuch im Eisportzentrum Emmen durchgeführt: «Das Gefühl auf einer künstlichen Fläche ist nicht dasselbe wie auf Eis.» Er stellte einen Antrag dazu, der überwiesen wurde.

«Die SVP ist sich einig, dass es das Geld braucht, um ein neues Projekt präsentieren zu können», sagte Thomas Wolf. Die Partei hofft auch auf Beiträge der Nachbargemeinden und verlangt ein Sanierungskonzept für die bestehende Eisanlage.

Eine harte Niederlage

Thomas Benz (CVP) stellte fest, dass der Volksentscheid eine harte Niederlage gewesen sei: «Wir werden trotzdem am Projekt mitarbeiten.» Besonders wichtig sei, dass dem Einwohnerrat mehrere Szenarien vorgelegt werden. Über diese solle auch das Stimmvolk entscheiden. Die CVP stellt den Antrag, dass das überarbeitete Projekt zwingend einen Eisbereich enthalten solle. Dieser wurde abgelehnt.

Die Fraktion EVP/Forum 5430 sagt Ja zum Vorgehen, so Marie-Louise Reinert: «Moraillon war eine sehr optimierte Lösung.» Sie will an Prämissen wie den Haltestellen für die S-Bahn und die Limmattalbahn sowie Fussball- und Landhockeyanlagen festhalten. «Die Forderung nach einer Auswahlsendung für die Abstimmung ist mit Vorsicht zu behandeln», sagte Reinert. Laufende Mitwirkungsverfahren seien wichtiger.

Aussteller wünschen sich ein Dach

Für Heinz Graf (BDP) ist es problematisch, dass auf Basis des abgelehnten Projekts Moraillon weiter geplant wird. Er machte sich für ein überdecktes Eisfeld stark. Als Mitorganisator von sechs WIR-Messen, bei der auf den Eisfeldern jeweils Zelte aufgestellt wurden, kenne er die Problematik. «Die Zelte kosteten uns jährlich 100000 Franken, deshalb wird uns ein Dach weitere Aussteller anziehen.» Philipp Bürgler (FDP) bezeichnete das Vorgehen des Gemeinderates als falsch. Zuerst sollten dieser und die Begleitkommission festlegen, was dem Volk vorgelegt werden soll und danach Planer zuziehen: «Deshalb stimme ich dem Antrag nicht zu.»

Dieth: «Wir müssen offen sein»

Gemeindeammann Markus Dieth warnte in seiner Antwort vor zu vielen Anträgen. Die vom Einwohnerrat genehmigte Vorlage enthält eine umfassende Überarbeitung des Projektes. Dabei können sich die Stellenwerte einzelner Anlagenteile verändern. «Wir müssen wieder offen sein», sagte Dieth. In der Isopublic-Umfrage hätten sich 97 Prozent für Eis ausgesprochen. Ohne dass schon konkrete Zahlen bekannt sind, sagte Dieth, dass das Projekt massiv günstiger werden müsse. In der vorgesehenen Planung soll über Art und Weise des Eises entschieden werden. Mit den Nachbargemeinden will der Gemeinderat Verhandlungen über Beiträge aufnehmen: «Wir sehen Potenzial bei den Betriebskosten.» Zu den mutmasslichen Baukosten sagte Dieth: «Der Gemeinderat hat zu keinem Zeitpunkt eine Kostendefinition vorgenommen.»

Nach dem Entscheid des Rates können Planer und Begleitkommission ihre Arbeit aufnehmen.