Niederrohrdorf

Kredit reicht nicht: Für Schulhauserweiterung sind 153000 Franken mehr nötig

Das Primarschulhaus muss erweitert werden, weil der Platz mittelfristig nicht mehr ausreicht.

Das Primarschulhaus muss erweitert werden, weil der Platz mittelfristig nicht mehr ausreicht.

Die Gemeinde stimmte im Juni gegen die Aufstockung des Primarschulhauses. Stattdessen verlangte sie einen Architekturwettbewerb. Jetzt zeigt sich: Der Kredit reicht nicht.

«Das ist eine aussergewöhnliche Situation», sagt Gemeinderätin und Bildungsvorsteherin Martina Egger (SVP). Damit meint sie das Infoblatt, das die Stimmberechtigten von Niederrohrdorf über ein Geschäft der anstehenden Gemeindeversammlung orientiert. Darin beantragt der Gemeinderat, den Projektierungskredit für die Erweiterung der Schulanlage Rüsler von 700 000 Franken um einen Zusatzkredit von 153 000 Franken zu erhöhen. Der Grund: Die 700 000 Franken reichen nicht aus, um einen Architekturwettbewerb gemäss den Richtlinien des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA durchzuführen.

Doch der Reihe nach. Das Primarschulhaus muss erweitert werden, weil der Platz mittelfristig nicht mehr ausreicht. Das ergaben Analysen, die 2015 gemacht worden sind. So geht man davon aus, dass bis 2020/21 insgesamt 18 Klassenzimmer nötig sein werden – sechs mehr als heute. Dabei sind auch verschiedene Varianten geprüft worden, wie das «Rüsler» erweitert werden kann: ein freistehender Neubau, ein Modulbau, eine Verlängerung des Anbaus Rüsler und eine Aufstockung. Letztere Lösung hatte der Gemeinderat überzeugt. Zum einen, weil sie günstig ist, zum anderen, weil so Grün- und Pausenflächen erhalten bleiben. Aus diesem Grund schlug die Exekutive den Stimmbürgern an der diesjährigen Gmeind im Juni einen Projektierungskredit für die Aufstockung des «Rüslers» in Höhe von 650 000 Franken vor. Diese Variante der Schulhauserweiterung stiess jedoch nicht bei allen Stimmbürgern auf Wohlwollen, so auch bei Architekt Daniel Zehnder nicht. «Der Projektvorschlag ist sehr teuer und unwirtschaftlich», sagte er. Er beantragte deshalb, den Projektierungskredit auf 700 000 Franken aufzuheben – und damit einen Architekturwettbewerb durchzuführen.

Exekutive hält an ihrer Lösung fest

«Die detaillierte Zusammenstellung der Kosten für den Architekturwettbewerb wurde in einer Arbeitsgruppe, die von einem Planungsunternehmen begleitet wird, seriös erarbeitet. Dabei wurde rasch klar, dass ein Architekturwettbewerb mit einem Kredit von 700 000 Franken nicht durchführbar ist», erklärt Martina Egger. Auch dann nicht, wenn man das Wettbewerbsprogramm massiv gestrafft hätte. «Unser Auftrag ist es, den Volkswillen auszuführen. Deshalb beantragen wir jetzt einen Zusatzkredit.»

Lehnen die Stimmbürger den Zusatzkredit von 153 000 Franken ab, wird auf den Architekturwettbewerb verzichtet. «Dies würde bedeuten, dass wir gar keinen Entscheid hätten, wie weiter vorgegangen werden muss», sagt Egger. Um auf «Feld eins» zurückkehren zu können, müsste entweder seitens Gemeindeversammlung oder Gemeinderat ein entsprechender Antrag gestellt werden. Erst dann kann der Gemeinderat das Planerauswahlverfahren starten und die Aufstockung projektieren. Genehmigt das Volk hingegen den Zusatzkredit, wird ein Architekturwettbewerb durchgeführt. In der Folge würden sämtliche Varianten geprüft: von einem Neubau bis hin zu einer Aufstockung. «Man würde also das machen, was wir bereits 2015 gemacht haben», sagt die Gemeinderätin.

Neues Projekt könnte teurer werden

Egal, wie sich die Stimmbürger entscheiden, Martina Egger respektiert den Volkswillen. Sie gibt aber zu bedenken, dass es mit den zusätzlichen 153 000 Franken nicht unbedingt getan sei. So könne es gut sein, dass das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs teurer zu stehen kommt, als die ursprünglich vom Gemeinderat angedachte Aufstockung. Diese ist auf rund 8,5 Millionen Franken geschätzt worden.

Dass der Gemeinderat am 25. November nun einen Zusatzkredit vorlegen muss, wirft die Planung nicht auf den Kopf. «Auch wenn wir die Schulraumerweiterung gerne vorangetrieben hätten, hält sich die Verzögerung in Grenzen.»

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