Nach 25 Jahren als Kreisförster im Forstkreis II Baden-Zurzach geht Josef Schmidlin in Pension. Seine Nachfolgerin wird Simone Bachmann. Sie ist die erste Kreisförsterin im Aargau.

«Grundsätzlich habe ich ein gutes Gefühl», stellt Josef Schmidlin auf die Frage nach der Befindlichkeit angesichts seiner Pensionierung fest. «Es ist zwar etwas ungewiss, was da auf einen zukommt, aber ich will ja noch etwas aktiv bleiben. Es ist jedenfalls schön, wenn man den Ruhestand gesund und fit antreten kann.»

Im Herbst 1990 hatte Josef Schmidlin, der in Ermensee im Luzerner Seetal aufgewachsen ist, wo seine Eltern einen Sägereibetrieb führten, das Amt des Kreisförsters übernommen.

Nach dem Studium an der ETH in Zürich hatte er die Leitung der damaligen technischen Forstverwaltung Würenlingen inne, zu der ursprünglich neben Würenlingen auch die Gemeinden Zurzach, Endingen und Döttingen gehörten.

Daneben war er für den Waldwirtschaftsverband und als eidgenössischer Feldkommissär tätig. Später, als Kreisförster im Forstkreis II, war Josef Schmidlin für ein Gebiet zuständig, das den Bezirk Baden und das Zurzibiet östlich der Aare umfasst und bis nach Holderbank und ins Birrfeld reicht.

Grundlegende Veränderungen

Im Laufe seiner Amtszeit hat Josef Schmidlin viele Veränderungen mitbekommen. «Der Druck auf den Wald hat insgesamt zugenommen», stellt er fest. «Als ich das Amt antrat, stand die Holzproduktion im Vordergrund. Die Forstbetriebe konnten noch vom Holzverkauf leben. Das hat sich grundlegend geändert.»

Etwas, das immer wieder die Gemüter bewegt, sind die gemeinwirtschaftlichen Leistungen, die der Wald und seine Besitzer erbringen. «Drei Viertel des Aargauer Waldes befinden sich im Besitz der öffentlichen Hand, vor allem der Ortsbürgergemeinden», sagt Josef Schmidlin.

«Die Ortsbürgergemeinden stellen ihr Eigentum der Öffentlichkeit zur Verfügung, aber sie verfügen über kein Steuersubstrat. Daraus ergeben sich immer wieder Diskussionen über die Abgeltung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen des Waldes. Diese Diskussion muss in den nächsten Jahren geführt werden.»

Aber auch das Aufgabenspektrum der Kreisforstämter habe sich verändert, sagt Josef Schmidlin: «Heute sind die Kreisförster mit vielen Rechtsfragen, beispielsweise im Bereich Baugesuche oder Raumplanung konfrontiert.»

Verändert hat sich schliesslich auch der Wald. Förster würden zwar in Zeiträumen denken, betont Josef Schmidlin. «Man stellt aber fest, dass durch die intensivere Bewirtschaftung der Wald heller und grüner geworden ist.

Auch die Zusammensetzung der Baumarten hat sich zum Laubholz hin verändert.» Es sei aber nicht das eingetroffen, was man in den Achtzigerjahren mit dem Waldsterben befürchtet hatte.