Baden
Kriesi-Areal in Baden bleibt vorläufig so stehen

Die Überbauungspläne am Hahnrainweg in Baden werden für 10 bis 15 Jahre aufs Eis gelegt. Damit sei die Abbruchstimmung auf dem Kriesi-Areal definitiv vorbei, so ein Miteigentümer der Liegenschaft

Roman Huber
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Das Kriesi-Areal mit den alten Häusern am Hahnrainweg weckt nostalgische Gefühle. -rr-

Das Kriesi-Areal mit den alten Häusern am Hahnrainweg weckt nostalgische Gefühle. -rr-

«Little Wettige» (Stadtfest 2012) mit der Kulisse einer Stadtbrache wird an der nächsten Badenfahrt keine weitere Auflage erleben. Bernd Reichert, Miteigentümer der Liegenschaften am Hahnrainweg, sagt es deutlich:

«Die Abbruchstimmung auf dem Kriesi-Areal ist vorbei.» Reichert und sein Partner Heinz Schneider gehen noch weiter: «Wir haben beschlossen, unsere Gebäude am Hahnrainweg für einen Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren zu renovieren.

Freuen wird das auch den Verein Trottamundos, denn damit wird dieser Ort der Subkultur längerfristig bestehen können.

«Das Kriesi-Areal müsste in einem Wurf überbaut werden, sonst rechnet es sich einfach nicht», kommentiert Reichert den Entscheid. Zwei weitere Grundeigentümer, die am Hahnrainweg zu Hause sind, möchten aber im jetzigen Zeitpunkt noch nicht verkaufen.

Die Absicherung der Baugrube rund um diese Liegenschaften würde letztlich mehr kosten als deren Kauf, sagt Reichert.

Schlechte Rahmenbedingungen

Störend finden die Eigentümer ausserdem die stiefmütterliche Behandlung des Kriesi-Areals.

Reichert wünschte im Rahmen der laufenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), dass dieses Gebiet wieder Kernzone 5 zugeordnet würde (fünfstöckig), wie in der BNO von 1984. Die Stadt Baden hatte das Kriesi-Areal1995 auf WG3 (Wohn-/Gewerbezone, dreistöckig) zurückgestuft.

Der Stadtrat lehnte Reicherts Eingabe ab und meinte, dass eine Änderung der Zonierung schon aus Gründen der Planbeständigkeit und Rechtssicherheit problematisch wäre. Ebenso wurde die Sicht auf das Schloss Stein ins Feld geführt, die eingeschränkt würde.

Die neuen Eigentümer, die auf dem Kriesi-Areal gerne vorwärtsgemacht hätten, können dies nicht nachvollziehen, denn auf der andern Seite des Schlossbergs (Falkenareal) wurde mit andern Ellen gemessen. «Sonst wird doch an gut erschlossenen Lagen eine bauliche Verdichtung verlangt», sagt Reichert.

Die Stadt verweist in ihrer Begründung, das Areal nicht umzuzonen, unter anderem auf das Wettbewerbsprojekt von 2008. Mit dem Bonus einer Areal-Überbauung wäre ein zusätzliches Geschoss (siehe Modell) möglich.

Laut Reichert genüge dies aber nicht. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, müsste man an diesem Ort fünfgeschossig bauen können. «So geht die Rechnung für uns nicht auf», fügt Reichert an.

Reichert hat sich von Beginn weg trotz der Neubaupläne für intakten Wohnraum eingesetzt. Dem Verein Trottamundos hat er mietfrei das «grüene Hüsli» als Kulturlokal zur Verfügung stellt.

«Eigentlich hänge ich daran»

Er gesteht auch, dass er an diesem idyllisch-nostalgischen Flecken eigentlich sogar hänge. Bereits sind einige Renovationen ausgeführt worden. In der vorderen Häuserzeile soll in diesem Sommer eine Zentralheizung installiert werden.

Die Wohnungen will er soweit renovieren, dass sie noch als günstiger, doch komfortabler Wohnraum vermietet werden können. Das «grüene Hüsli» am Hahnrainweg 13, soll später ebenfalls energetisch saniert werden.

Der Stadtrat hat dem Verein Trottamundos die Betriebsbewilligung bis 2016 verlängert. Weil das Kriesi-Areal für längere Zeit dergestalt bestehen bleiben soll, muss nun aber der Entsorgungscontainer des Löschwasserbeckens bis nächsten März verschwinden.Kommentar rechts

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