Killwangen
Kriminelle sprengen Bancomat am Bahnhof: "Ob Leute gefährdet werden, ist ihnen egal"

Die Wucht bei der Bancomat-Sprengung am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach war enorm. Eine Anwohnerin erzählt, wie sie aus dem Schlaf gerissen wurde.

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"Wir haben richtig Angst gehabt", erzählt Ayse Gündüz. Sie wohnt in der Liegenschaft am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach, in der es nachts um 3 Uhr zu einer Explosion kam. Kriminelle sprengten den Bancomat im Erdgeschoss.

Ayse Günduz erzählt TeleM1 weiter: "Die Wände zitterten, der Boden zitterte." Ihr war sofort klar, dass für den Lärm nicht ein Güterzug verantwortlich war.

Die Sprengung war massiv: Nicht nur Bewohner aus Killwangen selbst, sondern auch aus Neuenhof oder Würenlos wurden vom Knall geweckt, wie sie der AZ oder auf Facebook berichten.

Vor Ort zeigte sich ein Bild der Zerstörung: Ein grosses Loch klaffte in der Aussenmauer, in welcher der vollständig zerstörte Geldautomat eingebaut war. Der Vorplatz war mit Backsteinen und Trümmern übersät.

"Es ging nur wenige Minuten"

"Ob ein Haus beschädigt wird oder einsturzgefährdet ist, ob Leute gefährdet werden, das ist ihnen egal", folgert Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei auf Nachfrage der AZ.

Am Bahnhofsgebäude ist der Sachschaden massiv. Unter anderem ging durch die Detonation eine 2,5 mal 4 Meter grosse Fensterscheibe zu Bruch.

Den Tätern gelang die Flucht mit erbeutetem Bargeld. Dessen Höhe ist noch unklar. "Die ganze Sache ging nur wenige Minuten. Dann war alles wieder ruhig", sagt Brendon Aliu, der in der Wohnung direkt über dem Bancomat wohnt. Nach zehn bis fünfzehn Minuten seien die ersten Polizisten vor Ort gewesen. Die Täter waren da schon weg. Das zeigt: Sie hatten die Tat gut geplant. (pz)