Region Baden
Krippen schliessen in den Ferien ihre Türen – mit Folgen für die Eltern

Viele Kinderkrippen in der Region machen im Juli zwei Wochen Ferien. Bei den Tagesstrukturen für Schulkinder fallen diese noch länger aus. Eltern müssen sich bei der Ferienplanung entsprechend anpassen.

Noemi Lea Landolt
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Nur wenige Kitas bieten eine ganzjährige Kinderbetreuung an.Mario Heller

Nur wenige Kitas bieten eine ganzjährige Kinderbetreuung an.Mario Heller

Mario Heller

Die Schulferien dauern mit 13 Wochen mehr als dreimal so lange wie die Ferien eines Angestellten. Sind Eltern berufstätig, ist ein entsprechendes Betreuungsangebot zwingend. Ein Blick auf die Websites der Tagesstrukturen und der Kindertagesstätten im Krippenpool der Region Baden zeigt: Kinderbetreuungsangebote während der Sommerferien gibt es nur selten.

Zwar ist keine Krippe fünf Wochen geschlossen, aber die meisten machen zwei Wochen Betriebsferien. Die Daten werden den Eltern weit im Voraus mitgeteilt, heisst es bei den Kinderkrippen «Kolibri» und «Mandelbaum» in Baden. Gleich klingt es bei der Kita «Strübelihuus» in Nussbaumen: Die Eltern hätten sich daran gewöhnt, dass die Krippe zwei Wochen zu ist und würden ihre Ferien entsprechend planen.

Nicht alle machen Ferien

Die Kinderkrippen «Heu Börzel» und «Hoi Gömper» in Baden sowie die Kita «Chinderwält» in Dättwil haben das ganze Jahr über geöffnet. Es sei aber nicht möglich, während der Betriebsferien Kinder anderer Krippen aufzunehmen, heisst es bei allen drei. Gerade Säuglinge bräuchten mehrere Wochen Eingewöhnungszeit und eine Bezugsperson. Sie nur für zwei Wochen aus der gewohnten Umgebung zu nehmen, komme deshalb nicht infrage.

Die Kita «Bäredörfli» in Baden bietet Notfallbetreuung auch für Kinder an, die eine andere Krippe besuchen. Die Notfallbetreuung ist gemäss Geschäftsführer Olivier Chevalier jedoch als kurzfristige Lösung gedacht, wenn zum Beispiel die Tagesmutter ausfällt. Trotzdem: «Bei einem Notfall wäre es ausnahmsweise möglich, Kinder von anderen Krippen während deren Betriebsferien zu betreuen», sagt Chevalier.

«Eltern können so nicht planen»

Den Eltern der ABB Kitas und Horte stehen während der zweiwöchigen Ferien keine alternativen Betreuungsangebote zur Verfügung. Obwohl die Horte in Zürich während der Sommerferien geöffnet sind, können die Aargauer Kinder aus logistischen Gründen nicht nach Zürich, heisst es auf Anfrage.

Für Eltern mit Kinder im Schulalter dürfte es noch schwieriger werden: Die beiden Mittagstreffs in Baden sind geschlossen. Und in der Kindertagesstätte «Strübelihuus» in Nussbaumen, die auch Tagesstrukturen für Schulkinder anbietet, können die Schulkinder das Angebot nur während sechs von 13 Wochen Ferien nutzen.

In den restlichen sieben Wochen müssen die Eltern ein Alternativprogramm organisieren. «Wir schauen, dass wir im Frühling beispielsweise dann schliessen, wenn der Ferienpass stattfindet», sagt Evelyne Schärer, Leiterin der Kindertagesstätte.

Die Nachfrage nach Ferienbetreuung sei nicht riesig. Die Eltern würden dazu regelmässig befragt. Sollte der Wunsch nach zusätzlicher Betreuung laut werden, würde das Angebot angepasst. Esther Elsener Konezciny von der Fachstelle Kinder und Familien hatte dieses Jahr keine Anfragen von Eltern explizit wegen Betreuungsangeboten in den Ferien.

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei es nachvollziehbar, wenn die Kitas im Sommer Ferien machen. Gleichzeitig sei es ein Problem, dass schulische Tagesstrukturen während der Ferien ganz oder teilweise geschlossen sind: «Oft ist die Durchführung abhängig von den Anmeldungen», so Elsener. «Das ist für Eltern mühsam, weil sie so nicht planen können.»

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