Baden
Kritik an Fetisch-Studio: «Geldadel soll sich auspeitschen lassen»

Der az-Artikel über das Fetisch-Studio im Ortsteil Dättwil schlägt hohe Wellen. In den Online-Kommentaren geht die Meinung auseinander: Die einen wollen Baden in die Stadt, «wo Bünzlis wohnen» umtaufen, andere wiederum regen sich über die mögliche Klientel des Sado-Maso-Studios auf.

Erna Jonsdottir
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Ausschnitt aus der Homepage des Fetisch-Studios in Baden

Ausschnitt aus der Homepage des Fetisch-Studios in Baden

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Vor einem Monat ist ein Fetisch-Studio an der Mellingerstrasse 208 eingerichtet worden. Der Verfasser eines Briefes, der in Baden kursiert, befürchtet, dass mit der Eröffnung dieses «Sado-Maso-Studios» Tür und Tor für Perverse geöffnet worden sei. Die az-Geschichte aufgenommen hat die Gratiszeitung 20 Minuten. Insgesamt über 100 Kommentare gab es gestern gegen 18 Uhr auf den Online-Portalen beider Zeitungen.

Die Meinungen der Leser gehen auseinander. Die einen wollen lieber keine «Sadisten» um sich herum haben. Die anderen sind empört über die Vorurteile gegenüber Fetischisten. Es wird sogar vorgeschlagen, dass der Stadtrat seinen Slogan in «Baden – wo Bünzlis wohnen» ändern soll. Und: «Der Geldadel soll sein schlechtes Gewissen ruhig auspeitschen lassen.» Damit spricht dieser az-Leser die Aussage der Betreiberin an, dass die Kunden des Etablissements gut situierte Menschen seien.

Touristen aus dem Ausland?

Wie ein Blick auf die Internetseite zeigt, sind die Besuche im Studio tatsächlich kostspielig. Ein Beispiel: Die Veranstaltung «SM Lounge» lädt laut der Betreiberin zu einem entspannten Spielabend in die Residenz ein. Der Eintrittspreis pro Paar beträgt 350 Franken, einzelne Herren bezahlen 500 Franken für den Anlass, einzelne Frauen 200 Franken.

Sogar Kurztrips und Urlaub gibt es dort, bei dem Sklaven «in eine Welt der Unterwerfung und des Gehorsams tauchen» oder sich im Kerker oder in einer Gummizelle einsperren lassen können. Der Preis richtet sich laut Internetseite nach «Dauer und Intensivität» des Aufenthaltes. Wer es klinisch mag, kommt auch auf seine Kosten: «Die Klinik ist mit ausgezeichneten und erfahrenen Ärztinnen und Krankenschwestern besetzt.» Preisangaben gibt es keine.

Das Fetisch-Studio, das sich in der Nähe einer Autobahnausfahrt befindet, will offensichtlich auch Touristen aus dem Ausland in die Welt des Bizarren locken. So steht auf der Internetseite geschrieben, dass die Residenz nur 20 Minuten vom «Züricher Flughafen» entfernt sei. Spätestens bei diesem Satz wird jedem klar, dass die Betreiberin Deutsche sein muss, die übrigens auch in ihrem Heimatland tätig ist.

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