Baden
Kritik an Holzfällen - Förster verweist auf Sicherheit und Schäden

Nach Holzschlägen gingen bei Passanten die Emotionen hoch: Eine Frau sprach sogar von einem «Massaker». Stadtförster Georg Schoop erklärt dagegen, dass die Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt worden sind, oder beispielsweise wegen Pilzbefalls.

Daniel Vizentini
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Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
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Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
Holzschläge an der Kennelgasse in Baden
So wurden die Bäume an der Kennelgasse in Baden abgesägt

Holzschläge an der Kennelgasse in Baden

Daniel Vizentini

Die Holzschläge der letzten Tage sorgen für Aufregung bei Passanten und az-Lesern. Nachdem am Dienstag die 100-jährige Rotbuche im Kurpark gefällt und weitere Holzschläge in Baden und Ennetbaden angekündigt wurden (az vom 5. Februar), meldete sich Leserin Sonja Raymond beim Stadtforstamt per Mail. Stören tut sie vor allem der erneute Eingriff beim Mätteliweg entlang der Limmat, unmittelbar bei den Bädern.

Es sei schon das zweite Mal innert kurzer Zeit, dass dort Bäume gefällt würden. «Schon vor einem Jahr mussten wir das hilflos mitansehen», schreibt sie. Seit über 25 Jahren spazieren sie und ihr Ehemann täglich mit dem Hund entlang der Limmat, die dortige Natur liege ihnen am Herzen.

Sie verstehe zwar, dass es manchmal nötig sei, Bäume zu stutzen oder zu fällen. Doch über das Ausmass des Eingriffs ärgert sie sich sehr. «Letztes Jahr wurde ein brutales Massaker an 100 Bäumen vorgenommen – ich habe sie gezählt», schreibt sie. «Ich bin erschüttert. Warum können die Bürger bei solchen Entscheiden nicht mitreden?»

Mix zwischen Sicherheit und Natur

Stadtoberförster Georg Schoop nahm sich die Zeit für ein Telefonat mit der besorgten Leserin. Wie er erklärt, hätten die Förster am Donnerstag an einem anderen Abschnitt des Mätteliwegs eingegriffen als letztes Jahr.

Speziell am Mätteliweg sei, dass dort ein Abwasserkanal unter den Bäumen hindurch führe. «Nebst der Sicherheit der Passanten müssen wir schauen, dass die Wurzeln der Bäume den Kanal nicht beschädigen.»

Doch müssen dafür so viele Bäume gefällt werden? «Wenn man einen Baum entfernt, dann werden die Bäume rundherum unstabil und müssen je nach dem auch gefällt werden», sagt Schoop. Dass Bäume zudem von Pilzen befallen und geschwächt werden, könne man kaum verhindern. «An Orten wie dem Kurpark kann man gezielt Fungizide einsetzen.» In Wäldern komme dies jedoch nicht infrage. «Pilze gehören zum Ökosystem. Und Bäume sind Lebewesen, keine Bauwerke.»

Schoop versichert: Das Forstamt versuche stets einen Mix zu halten zwischen alten und neuen Bäumen. «Wir haben eine hohe Zielsetzung: Einerseits die Sicherheit gewährleisten, andererseits die Natur gewähren lassen.» An der Limmat zum Beispiel seien die Fledermäuse auf die grossen, älteren Bäume angewiesen.

Für Leserin Sonja Raymond immerhin eine gute Erklärung. «Ich kann die Gründe nun besser verstehen, trauere aber dennoch um die gefallenen Bäume.»

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