Kultur
Museen im Bezirk Baden erzielen 2022 Besucherrekorde – sie waren auch in anderer Hinsicht erfolgreich

Die Pandemie machte vielen Museen im Bezirk Baden das Leben schwer. Doch im Jahr 2022 war das Publikumsinteresse wieder ungehemmt.

Olivier Nüesch
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Die Statuen des Künstlers Eduard Spörri können auch ausserhalb der Wettinger Museumsräumlichkeiten betrachtet werden.

Die Statuen des Künstlers Eduard Spörri können auch ausserhalb der Wettinger Museumsräumlichkeiten betrachtet werden.

zvg

Im vergangenen Jahr hat das Museum Langmatt einen Publikumsrekord aufgestellt und das zweitbeste Ergebnis der Museumsgeschichte erreicht (die AZ berichtete). Auch eine weitere Badener Kulturinstitution, nämlich das Kurtheater, kann, nach den schwierigen Coronazeiten, für die Saison 2021/22 dank einer zufriedenstellenden Zuschauerauslastung eine weitestgehend positive Bilanz ziehen.

Das Museum Langmatt ist nicht das einzige Museum im Bezirk Baden, welches im letzten Jahr Rekordzahlen bei den Besuchern verbucht: Auch das Schweizer Kindermuseum verzeichnet für 2022 ein erfolgreiches Jahr, wie es während des 37-jährigen Bestehens noch niemals vorgekommen ist. Über 30'000 Menschen besuchten die Badener Institution, während es 2020 pandemiebedingt deren 19'000 waren.

«Auch mit der Anzahl an Museumsführungen konnten wir einen Spitzenwert erreichen», sagt Daniel Kaysel, der Leiter des Kindermuseums. Viel dazu beigetragen habe die Aktion «Eingeladen» des Kantons Aargau, in deren Rahmen mehrere ausserkantonale Schulklassen das Kindermuseum besuchten. Diese habe die hohe Besucherzahl mitermöglicht.

Auch das schöne Wetter habe man sich zunutze machen können, um vier Theateraufführungen im Park und einen Flohmarkt rund um das Museum zu veranstalten. Diese Anlässe wurden jeweils gut besucht. «Man hat gemerkt, dass die Leute nach den Pandemiejahren wieder etwas mit den Kindern unternehmen wollten», meint Kaysel weiter.

Museumserlebnis neu und anders gedacht

Der heisse und lange Sommer des letzten Jahres hat jedoch vielen Kulturorten auch Mühe bereitet. Freizeitaktivitäten wurden eher unter freiem Himmel geplant statt in geschlossenen Museumsräumen. Aber vor allem die Pandemiejahre verlangten den Kulturinstitutionen besonders viel ab: «Aufgrund der drei Coronajahre mussten wir einen neuen Fokus setzen», sagt Marc Philip Seidel, Kurator des Museum Eduard Spörri in Wettingen. So habe man damit begonnen, sich auf die Kunstwerke im öffentlichen Raum zu fokussieren und die Statuen von Spörri über den gesamten Kanton Aargau hinweg zu erfassen. «Eduard Spörris Werk kann man nicht nur im Museum erleben», sagt Seidel.

Gerade während der Pandemie habe man auch angefangen, sich vermehrt im digitalen Bereich auszubreiten. «Ohne Lockdown hätten wir diese Anpassungen vermutlich nicht so schnell vorgenommen», führt der Kurator aus. «Wir mussten damit beginnen, neu und anders zu denken».

Die Pandemie habe zwar dazu geführt, dass die effektiven Besucherzahlen in den Museen geringer ausfallen. «Man kann die Museen aber nicht nur an den Besucherzahlen in den Räumlichkeiten messen, sondern muss auch die Aussenstationen, die Medienpräsenz und das Feedback der Besucher mitberücksichtigen», meint der Kulturmanager weiter. «Wir haben denn auch viele überaus positive Rückmeldungen und gar eine Goldmedaille in New York für unser Ausstellungsplakat erhalten.» Er sei durchaus zufrieden mit dem letztjährigen Ergebnis.

Das Publikum mitinvolvieren

Auch das Historische Museum zeigte letztes Jahr bei mehreren Veranstaltungen in der Region Baden ausserhalb der eigenen Mauern Präsenz. So war man sowohl am Bäderfest in Baden, als auch am Wettinger Turnfest zugegen und begeisterte mit zahlreichen Aktivitäten Jung und Alt für die Vergangenheit.

Das Historische Museum Baden erreichte im 2022 mit 15'300 Besuchern beinahe einen Höchststand. «Wir sind unglaublich zufrieden und sehr überrascht», meint Leiterin Carol Nater Cartier. Zu Jahresbeginn habe nämlich noch die Zertifikatspflicht gegolten und im August war das Museum wegen Umbauarbeiten vier Wochen lang geschlossen. Deshalb war man von einem geringeren Besucherandrang ausgegangen.

Besonders grosse Freude bereitet ihr der Umstand, dass man mit dem eigenen Angebot eine grössere Anzahl an Jugendlichen und Kindern anziehen konnte. «Auf diese Zielgruppe wollen wir auch weiterhin den Fokus setzen», sagt Nater Cartier.