Wettingen
Kulturfans sind wetterfest: Klosterspiele-Macher fürchtet Regen nicht

Die Klosterspiele-Gesamtleiter Christoph Risi erwartet 6000 Besucher. Das Risiko von abendlichem Dauerregen schätzt er sehr klein ein. Und dank Verschiebedaten könnten Ausfälle aufgefangen werden.

Martin Rupf
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Premiere der Wettinger Klosterspiele 2014 mit Shakespeares Stück «Viel Lärm um nichts».

Premiere der Wettinger Klosterspiele 2014 mit Shakespeares Stück «Viel Lärm um nichts».

Emanuel Freudiger

Viel hätte nicht gefehlt, und die Premiere des neusten Stücks der Wettinger Klosterspiele «Viel Lärm um nichts» wäre am Dienstagabend sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Doch die Organisatoren bewiesen Mut und wurden belohnt. Abgesehen von einzelnen Regentropfen blieb es trocken – die Premiere von Shakespeares Komödie war denn auch ein voller Erfolg (az vom 10. Juli).

«Wir haben uns aus mehreren Gründen für die Durchführung der Premiere entschieden», sagt Gesamtleiter Christoph Risi. «Erstens sah es nicht danach aus, dass das Wetter in den nächsten Tagen wesentlich besser werden würde.»

Zweitens hätte eine Verschiebung eventuell zur Folge gehabt, dass die offizielle Premiere erst am Donnerstagabend, also nach der ersten Aufführung am Mittwoch stattgefunden hätte. «Zudem hätten wir dann riskiert, dass viele geladene Gäste nicht zur verschobenen Premiere hätten erscheinen können.»

Schauspieler hart im Nehmen

Grundsätzlich sei er wegen des Wetters ohnehin nicht sonderlich nervös, sagt Risi. «Das ist jetzt schon meine 15. Freilichtproduktion, so schnell bringt mich nichts mehr aus der Ruhe.» Und dies, obwohl der Veranstalter nicht versichert ist. «Dies tun wir aus mehreren Gründen nicht.»

Erstens sei das Risiko von abendlichen Dauerregen im Juli/August sehr klein; die Versicherungsprämien in Relation dazu viel zu hoch. «Und zweitens sind extra neun Verschiebedaten vorgesehen, mit denen man Ausfälle auffangen kann.»

Diese Woche war das einmal nötig, bei der letzten Produktion 2011 «De Franzos im Aargau» ebenfalls nur einmal. «Aber klar, wenn einmal wirklich während einer Woche nicht gespielt werden könnte, würden wir die Tickets umtauschen oder auf Wunsch zurückerstatten», sagt Risi. Für solche Fälle verfüge der Verein über ein kleines finanzielles Polster und eine Defizitgarantie des Kantons, die bisher aber noch nie beansprucht wurde.

Risi betont, dass bei Regen nicht primär die Nässe das grosse Problem sei, sondern die Akustik. «Wenn starker Regen auf die Pelerinen prasselt, erzeugt das einen ziemlichen Lärm. Gepaart mit der Kapuze über dem Kopf führt das dann dazu, dass man die Schauspieler fast nicht mehr hört.»

«Viel Lärm um nichts» an Klosterspielen Wettingen
5 Bilder
...und Liebe getrieben.
Benedikt (Martin Vischer) von Lust...
...und Leonato (Christian B. Peters).
Hero (Nadia Migdal) ...

«Viel Lärm um nichts» an Klosterspielen Wettingen

Alex Spichale

Ja, weshalb dann nicht einfach Zuschauertribüne geschweige denn Bühne überdachen? «Auch hier gibt es mehrere Gründe, weshalb wir darauf verzichten.» Erstens käme eine Überdachung viel zu teuer zu stehen. «Zweitens würde eine Überbauung dem Freilichttheater den Reiz nehmen – «man will doch den Sternenhimmel sehen». Und drittens seien die Schauspieler hart im Nehmen.

«Bei der Vertragsunterzeichnung wissen die Schauspieler, worauf sie sich einlassen, und dass sie auch bei leichtem Regen spielen werden», so Risi. Das sei auch deshalb kein Problem, weil die Darsteller absolut konzentriert seien.

19 Aufführungen sind geplant. Die Organisatoren hoffen auf rund 6000 Besucher («De Franzos im Aargau: 7000 Besucher). «Der Vorverkauf ist gut angelaufen, aber nicht so gut wie beim letzten Mal.» Der Grund: «Damals waren rund 60 Laiendarsteller aus der Region involviert. Wenn jeder Einzelne nur schon fünf Bekannte vom Besuch überzeugen konnte, war bereits eine Aufführung ausgebucht», sagt Risi.»