Baden

Kulturlokal «Merkker» ist Geschichte

Volles Haus zum Schluss: Bis 9 Uhr feierten die Partygäste die vergangenen 19 Jahre im Kulturlokal «Merkker».dvi

Volles Haus zum Schluss: Bis 9 Uhr feierten die Partygäste die vergangenen 19 Jahre im Kulturlokal «Merkker».dvi

Mit der Silvesterparty, die sogar noch einen Rekord brach, endet die Ära «Merkker» – die Leiterin blickt im Interview zurück.

Für die Jugendkultur in Baden ist 2015 ein einschneidendes Jahr. Das von der Stadt finanzierte und von jugendlichen Kulturgruppen getragene Kulturlokal «Merkker» ist nach knapp 19 Jahren nun endgültig Geschichte: An Silvester fand dort die letzte Party statt. Bis zum Neuanfang im «Werkk» dauert es noch acht Monate. Eine Zeit, in der die Badener Jugendlichen ohne eigenes Lokal werden auskommen müssen.

Patricia Itel, Leiterin «Merkker» Kulturbetrieb, zieht Bilanz vom letzten Abend im «Merkker» und kann sich dabei auch ein grosses Stück Wehmut nicht entbehren.

Patricia Itel, die allerletzte Party im «Merkker» ist nun vorüber. Wie haben Sie diese erlebt?

Patricia Itel: Sie war insgesamt sehr schön. Zwar war ich einerseits traurig darüber, dass es nun wirklich der letzte Event im «Merkker» war. Andererseits war die Party an sich gut.

Wie lange dauerte die Party? Und: Habt ihr das eingehalten mit dem «wir machen erst Schluss, wenn weniger als 20 Leute im ‹Merkker› stehen»?

Ja klar! 14 Personen habe ich gezählt, die um 9 Uhr noch am Tanzen waren. Da haben wir den Laden dicht gemacht.

Und das war dann ein sehr trauriger Moment?

Ja, sehr, wobei ich auch erleichtert war, denn wir waren vor allem auch müde um diese Zeit.

9 Uhr Schluss – ist an der letzten Party noch ein Rekord gebrochen worden?

Ich glaube schon. Ich kann mich nicht erinnern, das wir mal so lange geöffnet hatten.

Lief die Party problemlos oder gab es Ärger oder negative Rückmeldungen?

Es blieb vorwiegend ruhig, was auch für uns ein schönes Abschlussgeschenk ist. Und dass unsere Gäste auch nach 9 Uhr weiter Party machen wollten, bestätigt für mich, dass die Feier gelungen war.

Kamen viele alte Gesichter aus früheren «Merkker»-Jahren ans Fest?

Ich habe ein paar altbekannte Gesichter und frühere «Merkkerlinge» gesehen, ja.

Und dann gings ans Aufräumen . . .

Ein Teil wurde gleich nach der Party erledigt. Jetzt machen wir uns an den Aussenbereich. Und dann beginnt schon bald das Ausräumen im «Merkker» drin.

Wie fühlen Sie sich jetzt, da alles vorbei ist?

Es ist komisch. Zwar bin ich froh, dass der Stress mit dem letzten Anlass vorüber ist. Doch eigentlich fasse ich es noch gar nicht, dass nun definitiv Sense ist. Vielleicht müssen noch ein paar Wochenenden ohne «Merkker» vergehen, bis ich es merke.

Was werden Sie vermissen?

So vieles . . . Die «Merkkerlinge», die ich lange nicht mehr sehen werde. Aber auch das Leben im «Merkker», die vielen Konzerte und Partys – das wird mir fehlen.

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