Baden
Kulturszene würde ein Verlust des Trudelhauses sehr bedauern

Der Verlust der Galerie im Trudelhaus würde in der Kunstszene sehr bedauert. Mit einem dringlichen Postulat bittet Erich Obrist nun den Stadtrat, einen Kauf der Liegenschaft weiter zu prüfen.

Roman Huber
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Nach wie vor ungewiss: Die Zukunft der Galerie im Trudelhaus. Wal

Nach wie vor ungewiss: Die Zukunft der Galerie im Trudelhaus. Wal

Der Badener Einwohnerrat wird sich am kommenden Dienstag mit dem dringlichen Postulat von SP-Einwohnerrat Erich Obrist zu befassen haben. Für Obrist ist die Sache dringlich, weil die Stiftung Hans-Trudel-Haus bereits im kommenden Herbst nicht mehr liquid sein wird und es zum Verkauf des Hauses an der Oberen Halde 36 kommen wird.Baden

Zwar wird die Stadt vom Stiftungsrat weiter als Wunschkäuferin bezeichnet. Obrist befürchtet aber, dass unter Zeitdruck und Sachzwang ein privater Käufer bevorzugt werde. Die Stadt soll unverzüglich mögliche Nutzungen abklären, damit nicht die Zeit über das Schicksal des Trudelhauses entscheide. Die Dringlichkeit ist damit gegeben, weil ein Postulat auf dem üblichen Weg nicht vor dem Herbst behandelt würde.

Solche Galerien braucht es

Obrist, der sich in der Kunstszene auskennt, weist darauf hin, dass solche Ausstellungsstätten für Kunstschaffende rar und darum sehr wichtig seien. «Im Kanton lassen sich Orte, wo Künstlerinnen und Künstler ihre aktuellen Arbeiten ausstellen können, an einer Hand abzählen», erklärt Obrist. Der Stadtrat soll auch eine gemeinsame Nutzung für Ausstellungen in Absprache mit der Stiftung, mit dem Kunstraum und mit der Ausstellungskooperation Visarte prüfen.

«Das Trudelhaus verfügt über viel Potenzial», so Obrist. Darum müsse eine öffentliche Nutzung der Stadt ein Anliegen sein. Man könne die Galerie multifunktional nutzen, so Obrist, ähnlich dem Tagsatzungssaal, für Empfänge und kulturelle Anlässe. Überhaupt müsste die Lage so nahe beim Stadthaus aus langfristigen strategischen Überlegungen für die Stadt interessant sein und für einen Kauf der Liegenschaft sprechen, sagt Obrist.

Letztlich ein politischer Entscheid

Er wünschte sich, dass das Trudelhaus öffentlich bleiben könne, sagt Stadtammann Stephan Attiger. Das sei eine Frage des Preises und des politischen Willens. Ein Kauf zu einem realen Preis rechne sich nur, wenn man Wohnungen im oberen Preissegment einrichten würde, was ein privater Käufer zweifellos tun würde. Soll das Haus aber öffentlich bleiben, so müsste es die Stadt sehr günstig kaufen können, denn ein behindertengerechter Umbau mit Lifteinbau wäre sehr teuer.

«Es muss politisch entschieden werden, ob man diesen Preis zahlen und gleich abschreiben will», fügt Attiger an. Die Stadt würde damit auch Besitzerin eines Restaurants. «Das ist nicht unproblematisch», erklärt Attiger. Ende Jahr geht die Area des erfolgreichen Wirtepaares Bertozzi zu Ende. Ein Wirtewechsel bedeutet aber zusätzliche Investitionen in Küche und Restaurant. Laut Attiger suche die Stadt gemeinsam mit der Stiftung weiter nach einer guten Lösung.

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