Baden
Kündigung des Verwaltungs-Leiters: Affäre Müller beschleunigte Entscheid

Seit Mittwochabend ist bekannt: Badens Verwaltungsleiter Patrick Schärer hat gekündigt. Auf Nachfrage erklärt er, dass er seine Führungsaufgabe nicht wie erwünscht habe wahrnehmen können. Bis Februar braucht die Verwaltung eine neue Führung.

Drucken
Teilen
Stadthaus Baden: Für den Stadtrat kommt die Kündigung von Verwaltungsleiter Patrick Schärer in einem ungünstigen Moment.

Stadthaus Baden: Für den Stadtrat kommt die Kündigung von Verwaltungsleiter Patrick Schärer in einem ungünstigen Moment.

Keystone/zvg

Die Kündigung des Verwaltungsleiters, Patrick Schärer, kommt für den Stadtrat, der eben seinen angekündigten Mediationsprozess begonnen hat, in einem ungünstigen Augenblick. Er weiss erst seit Montag Bescheid.

Bereits per Ende Januar wird Schärer die Verwaltung verlassen. Bis dahin muss also der Stadtrat eine geeignete Führungsperson finden, wenn er nicht auch noch für den Verwaltungsbereich eine interimistische Lösung der Führungsorganisation suchen will.

Schärer, dem in der jetzigen Organisationsform gemäss seiner Linienfunktion 19 Abteilungsleiter unterstellt sind, ist derzeit ein besonders wichtiger Mann, denn der Stadtrat steht infolge der «Affäre Müller» zusätzlich unter Druck, und die Ressorts des Stadtammanns liegen nach wie vor bei Vizeammann Markus Schneider.

Schärer (43), diplomierter Betriebsökonom, gibt das bestehende Organisationsmodell als Hauptgrund für seine Kündigung an. «In der bestehenden Struktur mit einer Führungsspanne von 19 Abteilungsleitenden kann ich meine Führungsaufgabe nicht so wahrnehmen, wie ich mir das vorstellen würde», erklärt Schärer.

Für Patrick Schärer hat es darum drei Möglichkeiten gegeben: «Die Struktur lässt sich weiterentwickeln und damit verändern, ich akzeptiere das Bestehende oder ich orientiere mich neu, erklärt Schärer. Er habe sich entschieden, sich neu zu orientieren. Die jetzige Situation in der Exekutive nach der Affäre des Stadtammanns habe seinen Entscheid sicherlich beschleunigt, sagt Schärer auf Nachfrage.

Der Stadtrat bedaure die Kündigung Schärers ausserordentlich, erklärt Stadtammann Geri Müller. Man werde die Situation analysieren und das weitere Vorgehen festlegen. Dass man die zusätzlichen Führungsaufgaben des Stabschefs mit den Abwesenheiten des Stadtammanns in Verbindung bringe, könne er verstehen, sagt Müller. Er sei aber nicht häufiger abwesend, als es sein Vorgänger gewesen sei. (-rr-)

Aktuelle Nachrichten