Baden
Kunstraub im Stadthaus: Rätsel um Verbleib der fünf Badener Bilder

Vor einem Jahr wurden aus dem Stadthaus fünf Gemälde im Wert von 2250 Franken geklaut – nach wie vor fehlt jede Spur. Claudia Spinelli, Leiterin des Kunstraums Baden, spricht über mögliche Motive des Diebes. War es sogar eine Racheaktion?

Pirmin Kramer
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Gemalt hat die Bilder Heinrich Gisler (1918-2011) im Jahr 1992. Die Grösse beträgt 22 mal 22 Zentimeter.

Gemalt hat die Bilder Heinrich Gisler (1918-2011) im Jahr 1992. Die Grösse beträgt 22 mal 22 Zentimeter.

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14. März 2013: Baden diskutierte noch über die Stadtammannwahl, die wenige Tage zuvor mit dem Sieg Geri Müllers zu Ende gegangen war. So verkam der Bilderdiebstahl, der sich im Badener Stadthaus ereignete, zu einer Randnotiz: Ein Unbekannter stahl an jenem Donnerstagmorgen fünf Bilder im Wert von 2250 Franken aus dem Regierungsgebäude an der Rathausgasse (die az berichtete).

Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Baden, erklärte am Tag danach: «Auf dem Video der Überwachungskamera sahen wir, wie der Mann um 8.20 Uhr das Gebäude betrat. Drei Minuten später verliess er das Gebäude mit zwei gefüllten Taschen.»

Der Mann sei im Gebäude einem Angestellten aufgefallen, da er sich am Kopierer zu schaffen machte, obwohl dieser nur mit einem Badge bedienbar ist. Der Angestellte habe sich aber nichts weiter dabei gedacht und ging weiter.

Aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer ging die Polizei davon aus, dass der Mann gezielt vorging. In einem ersten Moment war unklar, um was für Bilder es sich handelte. «Obwohl die Angestellten jeden Tag daran vorbei gehen, konnte uns niemand Auskunft darüber geben», sagte Max Romann am Tag nach dem Diebstahl.

Das Überwachungsvideo beweist: Um 8.20 Uhr hat der Dieb das Stadthaus betreten, drei Minuten später verliess er das Gebäude wieder. In dieser Zeit hat er im Korridor des erstens Stocks die Bilder mitgehen lassen.

Das Überwachungsvideo beweist: Um 8.20 Uhr hat der Dieb das Stadthaus betreten, drei Minuten später verliess er das Gebäude wieder. In dieser Zeit hat er im Korridor des erstens Stocks die Bilder mitgehen lassen.

Zur Verfügung gestellt

Rästeln über Beweggrund

Ein Jahr später fehlt von den Bildern und vom Dieb nach wie vor jede Spur, sagt Claudia Spinelli, die als Leiterin des Kunstraums Baden für den städtischen Kunstbesitz verantwortlich ist. «Wir rätseln insbesondere über das Motiv. Wir vermuten, dass der Dieb einen persönlichen Bezug zu den Bildern haben könnte.

Weil sich auf demselben Korridor wie die Bilder auch das Steueramt befindet, gibt es sogar Stimmen, die glauben, er habe Ärger mit der Steuerbehörde gehabt und sich rächen wollen. Vielleicht fand er die Bilder auch einfach besonders schön und gelungen.»

Gemalt hat die Bilder Heinrich Gisler (1918-2011) im Jahr 1992. Die Grösse beträgt 22 mal 22 Zentimeter, als Technik hat der Maler Acryl auf Karton verwendet. «Die Bilder waren mit Dübeln und Schrauben an der Wand befestigt, eine zusätzliche Sicherung gab es nicht.»

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