Gerade in den Sommermonaten ist der Badener Kurpark ein beliebter Treffpunkt. Jung und Alt trifft sich auf der Wiese; es wird gespielt, gegessen und getrunken — bis sich irgendwann die volle Blase meldet.

Was nun? Ab ins Dickicht oder hinter den nächsten Baum? Denn die Suche nach einem öffentlichen WC im Kurpark ist vergeblich. Die nächstgelegene öffentliche WC-Anlage befindet sich am Bahnhof.

Der Römer-Quartierverein stört sich an den fehlenden Toiletten. Denn im Kurpark werde nicht nur wild gepinkelt. Gemäss Raphael Schneider, Präsident des Römer-Quartiervereins, gebe es viele Eltern, die den Park mit ihren Kindern besuchen.

«Wenn die Kinder in den Büschen Verstecken spielen und dabei auf herumliegende Fäkalien treffen, ist das problematisch», sagt er.

Gleichzeitig stellt Schneider klar: «Der Park soll von möglichst vielen Menschen genutzt werden, wir Quartierbewohner schätzen die Lebendigkeit des Parks». In einer zivilisierten Gesellschaft sei zu erwarten, dass öffentliche Plätze mit Respekt genutzt werden, dies ist leider nicht immer der Fall. Der Verein hat nun eine Anfrage an den Stadtrat gestellt, um eine Lösung für das Problem im Kurpark zu finden.

Der Verein hat deshalb eine Anfrage an den Stadtrat gestellt, in der er eine Lösung für das Problem im Kurpark verlangt. Zuständig für die öffentlichen WC-Anlagen ist der Werkhof der Stadt Baden.

«Wir werden uns um die Anfrage des Quartiervereins kümmern und die bestehenden WC-Anlagen prüfen», sagt Thomas Stirnemann, der Leiter des Werkhofs. Anschliessend werden dem Stadtrat die momentane Situation und allfällige Lösungsvorschläge aufgezeigt. Den definitiven Entscheid für oder gegen eine öffentliche Toilette fällt der Stadtrat.

«Nette Toilette» statt WC-Anlage

Stirnemann stuft die Situation im Kurpark allerdings als nicht problematischer als anderswo in der Stadt ein. Das «Wildpinkler-Problem» lasse sich zudem oft nicht mit zusätzlichen WC-Anlagen lösen: «Beim Bahnhofplatz wird auch wild gepinkelt, obwohl es im Metroshop ein öffentliches WC hat.»

Das möge stimmen, sagt Schneider, Littering gebe es ja auch, obwohl es eigentlich genügend Abfalleimer habe. «Aber ohne öffentliches WC kommen einige Parkbesucher nicht auf die Idee, eine Toilette aufzusuchen, das Problem könnte entschärft werden», sagt Schneider.

Immerhin: Im Restaurant des Grand Casino heisst es auf Anfrage, dass jeder die Toilette benutzen dürfe, auch wenn er nichts konsumiere. Schneider begrüsst das, gibt aber zu bedenken, dass dies vielen Parkbesucherinnen und -besuchern nicht bewusst und der Weg zum WC nicht ausgeschildert sei.

Ähnlich wie das Grand Casino funktioniert das Konzept der «Netten Toilette»: Restaurants können ihre Toiletten zur kostenlosen, öffentlichen Nutzung bereitstellen und die Stadtverwaltung zahlt ihnen eine Aufwandsentschädigung. Die Stadt spart im Gegenzug die Kosten für ein eigenes öffentliches WC. Für Stirnemann wäre es vorstellbar, dass Baden über dieses Konzept statt zusätzlicher öffentlicher WC-Anlagen nachdenkt.

Ein gutes und sinnvolles Konzept, findet auch Schneider. Trotzdem bringe es im Kurpark wenig, weil es abgesehen vom «Du Parc» und «Grand Casino» keine Restaurants gebe. «Das ‹Du Parc› sei dafür auch eher zu wenig zentral», sagt er.