Antonia Stutz, Präsidentin der Theaterstiftung Baden-Wettingen, hat den Glauben an ein neues Kurtheater noch nicht verloren. «Klar, es braucht schon einen langen Schnauf.» Es sei 2006 von der Wiedereröffnung des neuen Kurtheaters im Jahr 2010 die Rede gewesen, «jetzt wird es im schlimmsten Fall 2020».

Stutz macht aber auch keinen Hehl daraus, dass die jetzige Situation nicht einfach ist. «In erster Linie leiden die Besucher darunter, wenn wir ihnen keine zeitgemässe Infrastruktur anbieten können. Für uns wird es somit zur echten Herausforderung, unsere Stammgäste bei der Stange zu halten, zumal die Konkurrenz – wenn ich nur schon an Zürich denke – nicht klein ist.»

Grund für diese Aussage: Die langjährige Leidensgeschichte des Neu- und Ausbauprojektes des Kurtheaters wird um ein Kapitel reicher. Bis vor kurzem sah der Fahrplan für den Um- und Ausbau des Kurtheaters so aus:

Nach der Saison 2014/2015, die in gut einer Woche in Angriff genommen wird, hätte im Frühsommer 2015 mit den Bauarbeiten begonnen werden sollen. Die Saison 2015/2106 wäre dann ausgesetzt worden, ehe das neue Kurtheater im Herbst 2016 für die Saison 2016/2017 hätte wiedereröffnet werden sollen.

Hätte: Denn nun steht fest, dass sich die Pläne aufgrund der hängigen Beschwerde beim Rechtsdienst des Regierungsrats um mindestens ein Jahr verzögern, wie Antonia Stutz, Präsidentin der Theaterstiftung Baden-Wettingen, bestätigt: «Ja, so wie es zurzeit aussieht, werden wir das umgebaute und erweiterte Kurtheater erst Ende 2017 eröffnen können.» Die bevorstehende Saison und die Saison 2015/2016 finden somit sicher noch im alten Kurtheater statt.

Definitive Gewissheit bezüglich der Wiedereröffnung habe man aber erst, wenn die Baubewilligung rechtskräftig ist. «Ich hoffe, dass dies bis Anfang des nächsten Jahres der Fall ist», sagt Stutz.

Mit anderen Worten: Es ist auch denkbar, dass sich das Projekt um weitere Jahre verzögert, sollte eine beim Rechtsdienst des Regierungsrates unterlegene Partei den Entscheid ans Verwaltungsgericht oder gar ans Bundesgericht weiterziehen. «Solche Verfahren können dann gut und gerne nochmals ein bis zwei Jahre dauern», erklärt Rechtsanwältin Stutz.

Doch nicht nur die Verzögerung um ein weiteres Jahr bereitet Stutz etwas Kopfzerbrechen, sondern auch der Umstand, dass der Betriebsunterbruch dann länger dauern wird, als ursprünglich geplant. Die Saison 2015/2016 werden wir sehr früh im Frühling beenden müssen und die Saison 2017/2018 sehr spät starten können – statt im Oktober 2017 erst Ende 2017.»

Dies, weil im Vorfeld der eigentlichen Um- und Ausbauarbeiten noch archäologische Grabungen vorgenommen werden. «Eigentlich wollten wir die archäologischen Grabungen diesen Sommer vorziehen, doch ein entsprechender Antrag wurde vom Kanton abgelehnt mit der Begründung, gegraben werden dürfe erst, wenn effektiv auch gebaut wird.»

Stutz ist immer noch der Meinung, dass man die Grabungen hätte vorziehen können. «Da wir am jetzigen Standort des Kurtheaters festhalten, wird dort in irgendeiner Form sicher einmal gebaut – gestützt auf welche Baubewilligung auch immer.»

Das Ziel, die Grabungsarbeiten diesen Sommer auszuführen, hatte auch finanzielle Konsequenzen. «Wir mussten mehrere grössere Vermietungen absagen; so hat das Theater Festival Schweiz zum Beispiel nicht in Baden, sondern in Aarau stattgefunden.»

Natürlich sei es bedauerlich, dass sich die Pläne weiter verzögern würden und der Unterbruch nun auch länger dauere. «Aber lieber zwei verkürzte Saisons und nur eine Saison aussetzen, als der Ausfall von zwei kompletten Theatersaisons.» Immerhin könne die Stiftung rund 200 000 Franken Baukosten sparen, indem die Sanierungsarbeiten direkt anschliessend an die Ausgrabungen ausgeführt werden.