Dass man auf Druck der Denkmalpflege das Siegerprojekt «Equilibre» quasi aufgeben musste, wird rundum bedauert. So ist man im Stadtrat wie im Stiftungsrat und in den Theatergremien der Meinung, dass ein sehr gutes Projekt fallen gelassen werden musste.

«Das Projekt ‹Equilibre› gibt es nicht mehr, das ist schade», sagt Barbara Riecke, künstlerische Leiterin des Kurtheaters. Das Sachs-Foyer werde im überarbeiteten Projekt auch nicht mehr dieselbe Rolle spielen. Doch daran würden sich die Leute gewöhnen. Dann wird Barbara Riecke sofort pragmatisch: «Es ist schon mal gut, wenn es möglichst bald besser kommt», sagt sie und spricht die klimatische Situation an. Zurzeit würden ja Unmengen von Heizöl verheizt. Darum ist ihr Blick nach vorne gerichtet. Es sei jetzt an der Zeit, dieses – mit 42000 Besucherinnen und Besuchern im 2011 – weit über die Region hinaus beliebte Theaterhaus zu sanieren.

Denkmalpflege zufriedengestellt

«Jedes Projekt kann man auch ändern», erklärt Elisabeth Boesch, Mitverfasserin des Projekts «Equilibre». Damit sei man allerdings von einem Projekt abgekehrt, das eine Jury einstimmig auf den ersten Platz gesetzt habe. Nutzungsmässig habe das überarbeitete Projekt mit der Rückkehr zu den wie heute getrennten Foyers anstelle der grosszügigen inneren Foyerlandschaft des Projekts «Equilibre» verloren. Sie hofft, dass damit die Kantonale Denkmalpflege zufriedengestellt sei und der Kanton das Projekt unterstütze. Darum richte auch sie den Blick jetzt nach vorne.

Die Theaterstiftung ist nun gefordert. Sie bleibt Eigentümerin des Kurtheaters, muss nun aber private Sponsoren bringen, die das Projekt mitfinanzieren sollen. Eine weitere Finanzierungsschiene wird auf politischer Ebene gefahren; die Vertreter der Regionsgemeinden sollen über Baden Regio einen Beitragsschlüssel erstellen. Die Gemeinde Wettingen allein gedenkt 5 Mio. Franken beizusteuern, den positiven Entscheid im Einwohnerrat vorausgesetzt.

Gesuch an Kanton ist notwendig

Steht der Kostenteiler, wird die Theaterstiftung dem Kanton das Beitragsgesuch unterbreiten. Präsident Max Gretener ist zuversichtlich und überzeugt, dass Sanierung und Umbau gut aufgegleist seien.

«Wir werden mit einem Baukredit in den Einwohnerrat und vor das Stimmvolk gehen, sobald der Kantonsbeitrag festgelegt ist», erklärt Stadtammann Stephan Attiger.

Das Projekt «Equilibre» wurde im Jahr 2007 einstimmig zum Sieger erklärt. Als Fachbegleiter war auch die Kantonale Denkmalpflege involviert. Erst knapp zwei Jahre später brachte dann der Denkmalpfleger seine Bedenken ein. Die Abklärung durch die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege gab ihm dann allerdings recht.

In der Folge musste erst abgeklärt werden, ob sich das Siegerprojekt gemäss den Anforderungen überarbeiten liesse und ob vonseiten der Mitbewerber mit rechtlichen Schritten zu rechnen war. Nach diesen Abklärungen wurde das Projekt angepasst. Damit hat sich der Start der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten erneut um zwei Jahre verschoben, nämlich auf Frühling 2015.