Baden
Kurtheater: Es gibt sogar grobe Sicherheitsmängel

Mit über 100 Vorstellungen sowie gegen 45000 Zuschauern gilt das Kurtheater als kultureller Leuchtturm im Kanton – jedoch mit erheblichen baulichen Mängeln.

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Die Garderoben sind veraltet und unfreundlich.

Die Garderoben sind veraltet und unfreundlich.

Zur Verfügung gestellt

«Wer den Rundgang hinter die Kulissen und durch die Technik- und Garderobenräume gemacht hat, braucht keine weitere Erklärung mehr», sagt Projektleiter Adrian Humbel. Noch drastischer schildert Kurtheater-Techniker Louis Burgener den Theateralltag: «Fast jede Vorstellung ist für uns eine Zitterpartie.» Damit meint er insbesondere die Mängel, die das Kurtheater im Bereich Technik und Sicherheit aufweist.

Arbeitssicherheit fehlt

Ein Blick in den Himmel der Bühne zeigt, wie veraltet die Bühnenzüge sind. Die Fahrzüge, mit denen Kulissen zügig bewegt werden sollten, seien viel zu langsam. Man müsse einzelne Stücke sogar umarrangieren, Extra-Pausen einlegen oder offene Umbauten vornehmen.

Den meisten Antrieben würde die heute vorgeschriebene zweite Bremse fehlen. Hoch über der Bühne hantieren die Bühnenarbeiter in einem Umfeld, wo grobe Sicherheitsmängel offenkundig sind. «Manche Vorstellungen lassen sich nur mit viel Improvisationstalent und unter einem grossen Kabelsalat bewältigen», erklärt Burgener und stolpert rücklings, unabsichtlich, aber exemplarisch über einen mobilen Dimmer.

Keine Ersatzteile mehr

Für einen grossen Teil der elektrischen Einrichtungen erhalte man keine Ersatzteile mehr, erzählt Burgener. Auch die Heiz- und Energietechnik ist laut Burgener überholt und nicht mehr verantwortbar. Ablageflächen, Material- oder Werkräume für Reparaturen befinden sich irgendwo improvisiert in Nischen, ebenso Bedienerplattformen für Beleuchtung und Bühnentechnik. Auf der Saaldecke stehen Plastikbecken, die das durchs Dach dringende Wasser auffangen. Künstlergarderoben und Toilettenanlagen sind ebenfalls kaum mehr zumutbar. Die Musiker-Garderobe neben dem Orchestergraben unter der Bühne ist gleichzeitig Abstellraum für Bühnenmaterial.

«Was Aufenthaltsräume und Sanitäranlagen anbetrifft, sind die Zustände auch für die Theaterbesucher unzulänglich», sagt Humbel. Zudem würden die gastronomischen Anforderungen nicht erfüllt.

Ebenso sei die Tragkonstruktion nicht erdbebensicher, sagt Humbel. «Und wenn wir uns an der Bausubstanz des Hauses zu schaffen machen, so müssen wir auch eine Asbestsanierung durchführen.» (-rr-)

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