Das gute Ergebnis, welches das Kurtheater in seiner letzten ganzen Saison vor dem Um- und Erweiterungsbau vorlegt, stimmt zuversichtlich. «Wir sind mit dem Betrieb auf Kurs und haben eine fantastische Theatersaison im Kurtheater vor uns», sagt Antonia Stutz, Präsidentin der Theaterstiftung der Region Baden-Wettingen, zum Ergebnis der Theatersaison 2016/17.

Die Finanzierungsfrage für das Umbau- und Erweiterungsprojekt beschäftige die Theaterstiftung weiterhin, gesteht deren Präsidentin Antonia Stutz. Zusätzlichen Anlass bildet der Entscheid des Einwohnerrates in Obersiggenthal, der an seiner Sitzung vergangene Woche dem Baubeitrag ans Kurtheater von 260 000 Franken eine Absage und der Stadt Baden beziehungsweise der Kultur eine Ohrfeige erteilt hat.

Kredit ist trotzdem gesichert

«Natürlich sind wir enttäuscht und hoffen, dass nicht weitere Beiträge gestrichen werden», erklärt Stutz. Es zeige sich, wie die Regionalplanungsgruppe Baden Regio auf schwachen Füssen stehe. Dort beschlossene Übereinkommen werden von den Gemeinden nicht eingehalten, weil keine Verbindlichkeiten bestünden. Eine Zentrumsgemeinde, die Aufgaben erbringe, die auch für umliegende Gemeinden bedeutend sind, wird auf diese Weise immer vor Probleme gestellt sein. «Die Konsequenz wäre, dass wir für Theaterbesucher aus diesen Agglomerationsgemeinden höhere Ticketpreise erheben würden, was aber administrativ kaum zu bewältigen ist.» Beunruhigt ist Antonia Stutz nicht, was die Investitionskosten betrifft. «Die Stadt Baden hat einen Bruttokredit von 34 Millionen Franken beschlossen, das gibt uns Sicherheit, obschon ich zwar als Einwohnerrätin wenig erfreut bin, wenn Badens Anteil grösser wird», so Stutz.

Unterhalt schenkte verstärkt ein

Erfreut ist die Stiftung jedoch über das Ergebnis der Saison 2016/17, weil die Zuschauereinnahmen mit 438 000 Franken sogar um 6000 über dem Vorjahresergebnis liegen. Die Unterstützung durch das Aargauer Kuratorium (330 000) und die Beiträge von Sponsoren und Gönnern (145 000 Franken, Vorjahr 152 000) liefern der Stiftung den Beweis dafür, dass das anspruchsvolle Programm und das Kurtheater als solches in der Wirtschaft sowie gesellschaftlich in der Region eine hohe Anerkennung erfährt.

Bei Erträgen von 1,9 Mio. Franken bleibt der Theaterbetrieb bei einem Jahresergebnis von 45 000 Franken in der Gewinnzone, wenn auch rund 30 000 Franken weniger als im Vorjahr. Bei den Ausgaben schenkte mit 340 000 Franken (Vorjahr 228 000) der Posten Unterhalt/Reparaturen an Gebäude und Mobiliar ein. Das liess zwar den Betriebsaufwand ansteigen, was jedoch nicht so sehr ins Gewicht gefallen ist, weil der Personal- und Verwaltungsaufwand reduziert werden konnte. Der Grund dafür liegt bei der geringeren Zahl an Vermietungen, die jeweils starken saisonalen Schwankungen ausgesetzt sind. Die Erträge daraus sind mit 198 000 Franken deutlich unter dem Vorjahresergebnis (237 000).

Am 21. Oktober beginnt die letzte Saison mit einer verkürzten Spielzeit. Als Kurator zeichnet wieder Armin Kerber verantwortlich. Am 1. April werden die archäologischen Grabungen starten, ab Juli die eigentlichen Bauarbeiten. Darum wird das Theater bereits Ende März schliessen. Die Wiedereröffnung ist auf Ende 2019 oder Anfang 2020 geplant.