Baden

Kurtheater-Präsidentin: «Ich dachte, Künstler geben Geld sehr grosszügig aus»

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Antonia Stutz blickt auf eine erfolgreiche Kurtheater-Saison zurück – es war ihre erste als Präsidentin der Theaterstiftung. Sie ist zuversichtlich, dass das Baugesuch für den Umbau pünktlich Ende 2013 eingegeben werden kann.

Im Herbst 2012 übernahm Antonia Stutz das Präsidium der Theaterstiftung der Region Baden-Wettingen von Max Gretener, der das Amt zuvor neun Jahre bekleidet hatte. Ein Jahr später blickt die 39-jährige Juristin auf eine erfolgreiche erste Saison zurück (siehe Kasten).

Frau Stutz, Sie sind dieses Jahr zum ersten Mal Mutter geworden. Fanden Sie überhaupt Zeit, Aufführungen im Kurtheater zu besuchen?

Antonia Stutz: Die letzte Saison war wegen der Geburt meines Sohnes im April tatsächlich etwas verkürzt. Ich habe trotzdem rund zehn unterhaltsame Abende im Kurtheater verbracht.

Ihr persönliches Highlight?

Ganz klar die Aufführung von «Faust I» in der Fassung von Nicolas Stemann im letzten November.

Gab es auch ein Stück, das Ihnen weniger gut gefiel?

Nein. Dass die Geschmäcker sehr verschieden sind, zeigte sich, als ich meine Arbeitskollegen anlässlich meines 10-Jahr-Arbeitsjubiläums zur Vorstellung einlud. Die Reaktionen zur Vorstellung «Die Firma dankt» fielen sehr unterschiedlich aus.

Wieso haben Sie vor einem Jahr das Präsidium der Theaterstiftung übernommen?

Das Theater hat mich schon immer fasziniert. Als Anwältin und Notarin habe ich vorwiegend mit harten Fakten zu tun. Das Theater ermöglicht mir eine Auszeit und das Abtauchen in eine andere Welt. Im Theater kann ich mich ganz den Illusionen und Visionen hingeben. Zudem hat es mich gereizt, mit Menschen aus dem Kulturbereich zusammenzuarbeiten.

Die Aufführung von «Faust» war für die Präsidentin der Theaterstiftung das persönliche Highlight der letzten Theatersaison.

Die Aufführung von «Faust» war für die Präsidentin der Theaterstiftung das persönliche Highlight der letzten Theatersaison.

Gab es böse Überraschungen?

Da ich vor meiner Wahl als Präsidentin bereits zwei Jahre Mitglied im Stiftungsrat war, kannte ich den Kulturbetrieb schon ziemlich gut. Wenn, dann war ich positiv überrascht, wie unglaublich gut die Leitung des Kurtheaters arbeitet und wie gut der Betrieb funktioniert. Insbesondere ist es gelungen, die Zuschauerzahl trotz veralteter Infrastruktur zu steigern.

Sie sprechen der Leitung ein Lob aus. Wie sieht es umgekehrt aus – fühlen Sie sich als «Laie» ernst genommen von der Theaterleitung?

Absolut. Grundsätzlich ist es ohnehin so, dass sich der Stiftungsrat nicht in die Programmgestaltung einmischt, solange die Zahlen stimmen. Bevor ich Mitglied des Stiftungsrates wurde, dachte ich, Künstler geben das Geld sehr grosszügig aus. Ich durfte aber mit grosser Freude feststellen, dass das Kostenbewusstsein der gesamten Leitung sehr gross ist.

Ein Beispiel?

Das Kurtheater kommt mit verhältnismässig wenig fremden Mitteln durch. Die Eigenfinanzierung von rund 54 bis 63 Prozent in den letzten fünf Jahren lässt sich in diesem Zusammenhang absolut sehen und rechtfertigt auch das Vertrauen der Steuerzahler . . . 

. . . die im März dieses Jahres dem Brutto-Baukredit von rund 34 Millionen Franken deutlich zugestimmt haben. Kommt es gut mit dem Umbau – wird das neue Theater seinen Betrieb im Herbst 2016 aufnehmen können?

Ich bin schon etwas überrascht worden, wie facettenreich das Thema ist und wie intensiv sich die Gespräche gestalten. Ich bin zuversichtlich, dass wir das Baugesuch bis Ende 2013 einreichen können. Denn es wäre jammerschade, wenn aufgrund von Verzögerungen weitere Steuergelder aufgewendet werden müssten, um das Kurtheater am Leben zu erhalten.

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