«Selbstverständlich wird das Wettinger Gewerbe am 1. Advent die Kundschaft wieder zum offenen Sonntag empfangen», verspricht Denise Zumsteg. Verzichten müssen die Kunden mangels Interesse der Ladenbetreiber aber auf die Glückswochen: «Wir haben unser Ziel, 40 Geschäfte zum Mitmachen zu gewinnen nicht erreicht, deshalb gibt es dieses Jahr keine Glückswochen», sagt Zumsteg. Zumsteg, Fritz Krähenbühl und Stefan Biedermann sind neu Co-Präsidenten des Handels- und Gewerbevereins Wettingen (HGV).

Die Glückswochen teilen das Schicksal verschiedener früherer Werbeaktionen des HGV. Sie werden mit grossem Engagement lanciert doch viele verlieren das Interesse und die Aktion wird eingestellt.

Ob das Co-Präsidium im nächsten Jahr mit den Glückswochen wieder einen Anlauf nehmen will oder andere Aktionen lanciert, ist noch unklar. Der HGV hat die Mitglieder aus dem Bereich Detailhandel zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Dabei will das Präsidium die Anliegen und Bedürfnisse der Geschäftsleute ausloten und Projekte besprechen. Die Gemeinde Wettingen wird durch die Leiterin Standortmarketing, Sandra Frauenfelder, vertreten sein.

«Die Mitglieder müssen von den Aktivitäten einen Nutzen haben», sagt Biedermann. «Wir organisieren Anlässe und bringen ihnen damit die Kunden vor die Ladentüre», ergänzt Zumsteg.

Wie die Kunden im Laden bedient werden, liege dann in der Verantwortung des Ladenbesitzers. «Das will ich auch in meinem Geschäft vorleben und hoffe, dass alle mitziehen», sagt sie.

Selber seit mehreren Jahren im HGV Vorstand, ist sie überzeugt, dass gemeinsame Aktionen den gewünschten Erfolg bringen: «Von den Betrieben, die sich jeweils beteiligen, erhalte ich sehr gute Rückmeldungen.» Positiv sei das Echo jeweils auch auf die Mitglieder-Anlässe. «Die Mitglieder schätzen Kontakte untereinander.»

Zurzeit ist die Gemeinde daran, die Landstrasse mit einem Masterplan neu zu planen. Auch dazu beabsichtigt das Co-Präsidium seinen Mitgliedern den Puls zu fühlen. Wie auch immer die Landstrasse einmal gestaltet wird, die Ladenbesitzer sind dafür verantwortlich, Kunden zu gewinnen und das Einkaufszentrum so mit Leben zu füllen.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde gehört für das Co-Präsidium zu den Vorstandspflichten. «Grundsätzlich ist das Verhältnis zum Gemeinderat gut», sagt Biedermann. Bei der Wirtschaftsförderung sehen die drei aber noch Verbesserungspotenzial.

«Eine Gemeinde muss Interesse an ihren prosperierenden Gewerbe haben», betont Krähenbühl. In dieser Beziehung zweifeln sie etwas. «In Wettingen fehlt eindeutig Platz für das Gewerbe», sagt Krähenbühl.

Schon einige Firmen hätten die Gemeinde verlassen, weil sie nicht bauen konnten. «An der Sitzung mit dem Gemeinderat haben wir gefragt, was er unternehmen will, nun erwarten wir Antworten.» Dabei geht es dem HGV hauptsächlich um Arbeitsplätze.

«Wir wollen wissen, wie viele Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze die neu zugezogenen Firmen geschaffen haben.» Wettingen soll nicht nur Wohn- sondern auch Arbeitsort sein. «Auch das ist ein bedeutender Standortvorteil», betonen die drei Co-Präsidenten.