Stetten
Langer Schulweg sorgt bei Schulzentren-Diskussion für Gesprächsstoff

Gemeinderäte informierten über das neue Projekt für grössere Schulzentren: In Künten soll ein Mittelstufenzentrum, in Stetten ein Oberstufenzentrum eingerichtet werden. Der Gemeinderat sieht im Projekt grosse Chancen – bei den Eltern bleiben Zweifel.

Patrick Hersiczky
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Christian Hoffmann beantwortet Fragen aus dem Publikum.PHe

Christian Hoffmann beantwortet Fragen aus dem Publikum.PHe

Patrick Hersiczky

Gemeinsam orientierten die Gemeinderäte von Künten und Stetten über die Neuorganisation der Schule. Christian Hoffmann, Präsident Schulverband Reusstal, informierte zuerst über die Vorgeschichte: «Eine Evaluation hat ergeben, dass wir keine lokalen Schulen mehr führen können.»

Während Künten ein Mittelstufenzentrum wird, soll in Stetten mit dem Wechsel auf sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe ein Oberstufenzentrum eingerichtet werden.

«Diese Schulen können so pädagogisch besser geführt werden, da sie genügend Kinder haben werden», sagte Hoffmann.

Lea Müller-Kohler, Gemeinderätin von Künten, zeigte die Konsequenzen einer Ablehnung der Neuorganisation auf: «Die Oberstufe müssten wir nach Bremgarten auslagern. Dies macht eine Steuererhöhung unumgänglich.»

Mit der Vorlage könnten die Verbandsgemeinden hingegen weiterhin in Schulsachen mitreden und nicht nur mitzahlen.

Auch Franz Wille, der als Bildungsexperte die Schule berät, warb für das neue Projekt: «Ein grösseres Schulzentrum bietet die Chance, dass mehrere Parallelklassen geführt werden können. So können pädagogische Ressourcen sinnvoll genutzt und die Zusammenarbeit der Lehrer optimiert werden.»

Wille sprach auch als Grossvater: «Meine Enkelkinder müssen auch längere Schulwege meistern, und das schadet nicht. Denn der Schulweg ist nicht nur gut für den Körper, sondern fördert auch sozial, wenn dieser etwa mit Schulfreunden absolviert wird.»

Zudem seien die Distanzen zwischen den einzelnen Gemeinden nicht weit und topografisch ideal.

Trotz der Informationen blieben an diesem Abend Zweifel im Publikum. Diese bestand vorwiegend aus Eltern. Eine Zuhörerin meinte etwa: «Ich fühle mich als Souverän unter Druck gesetzt, und ich verspüre auch eine gewisse Angstmacherei.»

Der Stettener Gemeindeammann Kurt Diem konterte aber ruhig, dass der Kanton die Rahmenbedingungen vorschreibt und auch er das Problem einer gewissen «Obrigkeit» verspürt.

Ein Vater mahnte letztlich, dass man nicht nur an die Steuern denken solle, sondern vor allem an die Schule und auch die Kinder.

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