Neues Sicherheitskonzept
Lärm, Littering, Vandalismus: So will der Badener Stadtrat renitente Partygänger zähmen

Der Badener Stadtrat setzt in der Prävention gegen Lärm, Littering und Vandalismus im Ausgang auf ein neues Sicherheitskonzept. Dafür sollen auch neue Stellen bei Polizei und Jugendarbeit geschaffen werden.

Philipp Zimmermann
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Nicht alle alkoholisierten Partygänger in Badens Zentrum verhalten sich anständig.

Nicht alle alkoholisierten Partygänger in Badens Zentrum verhalten sich anständig.

Michael Küng Bild: Alex Spichale

Seit Sommer 2019 patrouilliert die «City Patrol Baden» Freitag- und Samstagnacht durch die Stadt. Die Mitarbeitenden eines privaten Sicherheitsdienstes sollen Lärm, Littering, Vandalismus und Gewalt verhindern. Sie sprechen deshalb vor allem Jugendliche und junge Erwachsene an.

Sie wollen gerade alkoholisierte und renitente Partygänger sensibilisieren und über jene Probleme aufklären. Im Extremfall verständigen sie die Stadtpolizei, der sie unterstellt sind. Die Einführung der «City Patrol» war Teil einer Sensibilisierungskampagne der Stadt.

«Unsere Stadt hat sich in letzten Jahren verändert»

Nun ist der Stadtrat einen wichtigen Schritt weiter in seinen Anstrengungen. Das neue «Präventions- und Sicherheitskonzept Öffentlicher Raum» liegt nun vor. Oberstes Ziel ist, dass die Konflikte in der Stadt während des Nachtlebens ebenso weniger werden wie Vandalenakte, Ruhestörung und Littering. «Unsere Stadt hat sich in den letzten Jahren verändert, was Littering, Vandalismus oder Alkoholkonsum im Ausgang betrifft», erklärt Matthias Gotter (CVP), der Badener Sicherheitsvorsteher, die Anstrengungen.

Mit dem Konzept will die Stadt mit präventiven Mitteln Gegensteuer geben. «Es geht nicht darum, Bussen zu verteilen oder repressiv zu wirken», versichert Gotter. Baden orientiere sich dabei an anderen Städten, die mit diesem Kurs Erfolg haben.

Kosten von 430'000 Franken im nächsten Jahr

Der Stadtrat wird das neue Konzept dem Einwohnerrat an der Sitzung nächste Woche vorlegen. Dieser wird im Rahmen des Budgets über die Kosten, welche diverse Massnahmen mit sich bringen, abstimmen. Die Nettokosten des Konzepts betragen 430'000 Franken im Jahr 2021, für die Folgejahre sind 348'000 respektive 338'000 Franken vorgesehen.

Das neue Konzept sieht Massnahmen in mehreren Bereichen vor. Kernelement ist das Paket «Prävention durch Präsenz». Es beinhaltet die Einführung einer mobilen Jugendarbeit (80 Stellenprozente) sowie die Aufstockung der Polizeikräfte (200 Stellenprozente). Wobei dank dieser Aufstockung die Dienste von privaten Sicherheitsdiensten reduziert werden sollen. So soll auch die «City Patrol Baden» wieder verschwinden.

Jugendbus einsetzen

Die neuen Polizisten und Jugendarbeiter sollen die Leute im Ausgang in der Stadt, gerade an den Hotspots, ansprechen und die Problemfelder präventiv erwähnen. Da sich die Hotspots schnell verschieben können, soll als flexible Infrastruktur ein Jugendbus eingesetzt werden. Polizeipräsenz werde das Sicherheitsgefühl der Menschen erhöhen. Polizisten sollen Straftaten verhindern und falls nötig Täter zur Rechenschaft ziehen. Anders als Sicherheitsdienste können Polizeikräfte Personenkontrollen durchführen.

Auch die Stadtreinigung, die um 5 Uhr morgens ihre Arbeit aufnimmt, soll an den Wochenenden verstärkt werden. Externe Dienstleister sollen in der Innenstadt, an Spielplätzen oder Schulen für Sauberkeit sorgen und so weiterem Littering vorbeugen. Besuchern der Stadt würde damit auch frühmorgens ein sauberes Stadtbild geboten.

Verbot von Alkoholverkauf über die Gasse wird geprüft

Bei Kindern und Jugendlichen sollen negative Trends vor allem in der Nutzung von Schulanlagen erkannt und mit Massnahmen Gegensteuer gegeben werden. Gemäss Konzept will die Stadt weitere Massnahmen prüfen. Dazu gehört das Verkaufsverbot von alkoholischen Getränken über die Gasse ab 22.00 Uhr.

«Studien zeigen, dass dies eine positive Wirkung hat», sagt Gotter. Ob ein Verbot rechtlich möglich wäre, sollen Abklärungen zeigen. Falls nötig, soll die Videoüberwachung ausgebaut werden. In Baden stehen bereits 300 solche Kameras.